Ein ideales Strickprojekt macht mir beim Stricken genauso viel Spaß, wie beim späteren Tragen oder Benutzen. Wenn ich beim Stricken schon daran denke, wie toll es wird, wenn ich kommenden Winter die Mütze tragen kann oder wenn ich dann im Winter gerne an die Zeit im Frühling zurück denke, als ich die Mütze gestrickt habe. Das finde ich toll.
Leider bleibt so ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Prozess und Endprodukt nicht immer bestehen – das Strickstück fängt an zu nerven. Jede Masche, jede Reihe, jede Zu- oder Abnahme, alles geht mir dann auf den Keks und ich will einfach nur noch das fertige Teil haben. Genau so geht es mir gerade mit Daybreak.

Daybreak ist ein tolles Tuch! Ich liebe ja halbrunde Schals und durch die Streifen kann man unendlich viele Farbkombinationen zusammenstellen, entweder mit einfarbiger Wolle oder Verlaufsgarnen oder einer Kombination aus beidem, auch in handgesponnener Wolle kommt das Tuch sehr gut – ihr seht, Daybreaks können süchtig machen.
Was nervt mich dann an dem Tuch? Ich kann es ganz genau benennen: Section 2, Row 3 (RS). In dieser Reihe werden die Zuahmen gemacht, die Daybreak die charakteristische Form geben. Dabei muss man darauf achten, in welche Richtung man die Zunahmen macht, wie man diese abstrickt und an welchem Marker man gerade ist. Man könnte meinen, nach einigen Wiederholungen wäre das kein Problem mehr. Nicht für mich. Ich klebe jedes Mal bei dieser Reihe an der Anleitung. In welche Richtung ging die Zunahme nun? Und muss ich dazu von vorne oder von hinten aufnehmen? Kommt jetzt noch eine links- oder schon eine rechtsgerichtete Zunahme? Entspanntes Stricken sieht anders aus, die eine Reihe vermiest mir den ganzen Spaß am Projekt.














