Das Spinnen macht mir immer mehr Spaß, vor allem, da die Ergebnisse immer „verstrickbarer“ werden.

100 Gramm Merino Superwash, handgefärbt von Dibadu. Der Kammzug ließ sich wunderbar verspinnen, das fertige Garn ist angenehm weich und hat einen tollen Glanz.

Leider sind meine Spulen vom Traveller zu klein, um die ganzen 100 Gramm in einem Strang zu verzwirnen. Ähnliche Probleme habe ich auch mit meinem nächsten Spinnprojekt:

Die Fasern habe ich in einem Laden in Horb am Neckar gekauft, die Farbe hat mir gleich gefallen. Dank Kontrollkarte gelingt es mir nun endlich, mal etwas dickere Singles zu produzieren, sodass ich auch mal kräftigeres Garn (8-9 wpi) hinbekomme. Auf die kleinen Spulen bekomme ich gerade so 80-90 Gramm drauf. Von dieser schottischen Wolle habe ich 600 Gramm – ich hoffe, das reicht für eine Jacke oder so?! Bis jetzt habe ich ungefähr 250 Gramm versponnen.

Ich bin sehr begeistert von dem Material: Es lässt sich schön verspinnen und die Farben sind einfach toll. Weitere Pluspunkte: Nach dem Waschen ist es etwas weicher geworden, hat im nassen Zustand allerdings nicht das Bad mit Schafsgeruch ausgestänkert. Und es ist wahnsinnig schnell getrocknet! Jetzt muss ich mich nur mal dazu durchringen, einen der schönen Stränge aufzumachen und eine Maschenprobe zu stricken.

Es wird kälter, also müssen wärmende Accessoires her.

Ein Irish Hiking Hat (ich mag diese Sorte Mütze einfach so sehr) aus Drops Karisma. Die Wolle habe ich bei einem Besuch im Bad Sodener Wollknäuel gekauft, zuhause gleich die Mütze angeschlagen und am späten Abend war sie bereits fertig. Genau das Richtige, wenn man ein schnelles Strick-Erfolgserlebnis braucht.

Die Abnahmen für die Krone habe ich „frei Schnauze“ abgeändert, um die Zöpfe mittig zusammenlaufen zu lassen.

Außerdem ist eine weitere Zopferei fertig geworden: ein Paar Dashings.

Die Wolle ist eins der zahlreichen „Öko Garne“, die in letzter Zeit auf den Markt gekommen sind: Organic Pure Chunky von Rico Design. Nicht schmuseweich aber da ich da nicht so empfindlich bin, habe ich kein Problem, die Wolle direkt auf der Haut zu tragen.

 

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Drops Karisma
  • Verbrauch: ca. 50 Gramm
  • Nadelstärke: 3,75
  • Anleitung: Irish Hiking Hat

 

  • Wolle: Rico Design Organic Pure Chunky
  • Verbrauch: knapp 100 Gramm
  • Nadelstärke: 3,5
  • Anleitung: Dashing aus der Knitty Spring 2007

 

Entspannte Stunden haben wir zusammen auf Skye verbracht, die reisende Dame und ich. Der glatt rechte Teil, mit dem das Tuch beginnt, braucht so gut wie keine Aufmerksamkeit, ein tolles Projekt, um mal so richtig abzuschalten.
Von meinem handgesponnen Garn war ich sehr überrascht. Obwohl es an manchen Stellen doch viel zu dünn und an anderen wiederum etwas zu dick ist, entsteht ein relativ gleichmäßiges Maschenbild. Ok, es ist nicht wie gekauftes Industriegarn – aber dafür ist es nunmal handgesponnen. Dieser etwas „rustikale“ leicht ungleichmäßige Look passt jedenfalls sehr gut zum Muster.

Jetzt geht es wieder los: Bilder bei hässlichem Kunstlicht, die selbst das schönste Strickstück wie einen Putzlappen aussehen lassen

Noch auf Skye konnte ich die erste Muster-Reihe beginnen. Ab dann war es aus mit Entspannung. Das Bogenmuster ist ja eigentlich nicht wirklich kompliziert, trotzdem hatte ich ständig zu wenig Maschen an den Rändern. Jede Reihe musste ich irgendwie rumtricksen, um halbwegs hinzukommen. Auf die Idee, mal die komplette Anleitung durchzulesen, bin ich natürlich nicht gekommen. Diese hatte ich zu Anfang kurz überflogen und war felsenfest der Überzeugung, nach dem einen oder anderen gestrickten Tuch den totalen Durchblick zu haben, weswegen ich ja nicht alles bis ins Detail nachlesen müsste. Und auch das mit dem komischen Rand wird bestimmt mit dem zweiten Mustersatz weg gehen. Ja klar.

Wie in vielen Situationen gilt auch beim Stricken: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Nachdem ich den getricksten ersten Mustersatz wieder komplett aufgeribbelt hatte, habe ich mir zuhause doch mal die Anleitung angeschaut. Und, wer hätt’s gedacht, da waren zwei Zeilen, die ich besser mal vorher gelesen hätte. An Reihenanfang und -ende wird nämlich in jeder Reihe, auch in der Rückreihe, ein Umschlag gestrickt. Jetzt klappt’s auch mit dem Rand.

Am späten Freitagabend, das Spinntreffen ist gerade zu Ende gegangen. Ein paar Stricker und Spinner halten auf der Straße noch ein letztes kleines Schwätzchen.
Ein leicht alkoholisierter junger Mann mit Blick auf die Spinnräder:

„Was für’n Instrument spielt ihr denn?“

Ab und zu schaue ich mir mal die Statistiken dieses Blogs an. Dabei fällt mir immer wieder auf: Erstaunlich viele Besucher kommen durch eine Suchmaschinen-Suche zu mir, nämlich zu den Begriffen „irische Mütze“. Und tatsächlich, sucht man nach diesen beiden Begriffen, dann kommt mein bescheidener Blog gleich auf Platz drei in der Ergebnissliste. Whow!

Da die Suchmaschinen-Verweise vor allem in den kühleren Monaten zunehmen, dachte ich mir, ich gebe den Suchenden mal ein paar mehr Links zu „irischen Mützen“, bzw. solchen mit Zopfmustern. In dem Post, der bei der Suchmaschinen-Suche herausfällt, ist nur eine Anleitung, nämlich die für den Irish Hiking Hat, verlinkt. Hier nun also eine kleine Sammlung von kostenlosen Anleitungen für Zopfmuster-Mützen, die im weltweiten Netz kursieren:

- Caramel Cable Hat (deutsch)
- Mütze mit Zopfmuster von Drops (deutsch)
- Snappy Hat
- Slouch Copy Hat
- Shedir („Site 2″ anklicken)
-  Who?
-  Claudia
-  Nottingham
-  Buttercup Beret
-  Hermione’s Cable and Eyelet Hat
-  Urban Zen Cabled Hat
- Beaumonde-Inspired Hat

Ich hoffe, für den einen oder anderen ist etwas passendes dabei.
Viel Spaß beim Stricken!

In Schottland gibt es viele Schafe. Kleine Schafe, große Schafe, Schafe mit schwarzen Köpfen, Schafe mit weißen Köpfen, frei laufende Schafe, eingezäunte Schafe. Man sollte meinen, in einem solchen Land gebe es viel Wolle – denkste. Ich meine: Wolle gibt es sicher viel und wenn man genügend Ortskenntnisse hat, dann weiss man auch, wo man diese bekommt. Mit Wollläden in größeren Ortschaften und Städten sieht es aber etwas mau aus.

Sicher, es gibt die beiden großen Läden in Edinburgh und Glasgow: K1 Yarns. Da wir aber größere Menschenansammlungen tendenziell eher meiden wollten, standen die beiden Geschäfte nicht auf meiner Liste. Gefreut hatte ich mich, als wir nördlich von Edinburgh zufällig eine „Mill“ gefunden hatten – Da muss es doch auch Wolle geben, dachte ich mir. In dem kleinene Nachbargebäude neben dem großen Shop sah es schonmal viel versprechend aus.

Drinnen aber die große Enttäuschung: Kitschige Souvenir-Artikel, maschinengestrickte Superwash-Pullis und Socken. Kein einziger Meter Wolle. Die asiatischen Touristen fanden’s allerdings klasse und haben sich ordentlich mit tartangemusterten Bleistiften eingedeckt.

Weiter ging es Richtung Skye, unser Domizil für die erste Urlaubswoche. Das Wollprogramm sah natürlich Shilasdair vor. Nördlich von Portree, der größten Siedlung auf Skye, trifft man immer wieder auf touristische Hinweisschilder, die einem den Weg nach Shilasdair weisen. Die „4 Star Visitor Attraction“ ist neben Skye Skyns und der Uig Pottery eine der am meisten beworbenen lokalen Handwerksbetriebe.
Waternish, der Inselteil, auf dem Shilasdair liegt, ist traumhaft schön und von einer atemberaubenden Küstenlandschaft geprägt. Allein deswegen lohnt sich ein Ausflug in diesen Teil der Insel schon.

Sämtliche Wolle, die es bei Shilasdair gibt, ist mit pflanzlichen Mitteln gefärbt. Teilwiese werden diese aus Gewächsen auf der Insel gewonnen, viele stammen aber auch aus anderen Teilen der Welt. Durch interessante Kombinationen bleiben keine Farbwünsche offen. Einziger „Nachteil“: Die Wolle ist recht hochpreisig. Sicher, man bekommt dafür eine sehr gute Qualität und ich möchte an der Preispolitik auch garnicht herum meckern. Ich habe mich aber dafür entschieden, kein ganzes entsprechend teures Pulli-Set zu kaufen, sondern zwei kleine Stränge mit Kaschmir und Angora in einem schönen Lila.

In Portree machte ich im Schaufenster von der Tartan Company eine Entdeckung: Neben Kissen und Decken im Tartan-Look lagen vereinzelt große Knäuel tweedartiger Wolle. Die gab es dort sogar käuflich zu erwerben. Leider konnten die Verkäuferinnen aber keine Aussage darüber machen, woher die Wolle genau stammt, außer dass sie von „one of the Hebridean islands“ komme. Aber immerhin, so bin ich doch noch zu etwas über 200 Gramm rauer, tweediger, leicht fettiger schottischen Wolle gekommen.

Die zweite Woche verbrachten wir in Assynt, einem Teil im äußersten Nordwesten Schottlands. Im Voraus hatte ich nicht nach Wollgeschäften in der Gegend recherchiert, wusste ich doch, dass ich sicherlich in Ullapool bei The Unlimited Colour Company fündig werden würde. Den Laden hatte ich bereits während einer früheren Reise ausfündig gemacht und dort mein allererstes Noro-Garn gekauft. Leider habe ich die Öffnungszeiten aber immer verpasst, sodass ich dem Shop dieses Mal keinen Besuch abstatten konnte.

In unserem Guesthouse habe ich mir eines morgens die Zeit auf Ravelry vertrieben und durch einen schönen Zufall herausgefunden, dass in unserem Nachbardorf eine nette Dame lebt, die handgefärbte Sockenwolle verkauft. Also habe ich mit ihr Kontakt aufgenommen und zwei Tage darauf besucht. Helen von Ripples Crafts ist eine sehr nette Person, wir haben über eine Stunde über alles mögliche (nicht nur Wolle) geredet und ich hatte eine tolle Zeit in ihrem dye studio. Natürlich habe ich auch etwas von ihrer superschön gefärbten Wolle mitgenommen.

Assynt Winter

Romany Summer

Ich bin mehr als glücklich über die „Souvenir-Wolle“, die ich mir mitgebracht habe. Auf diese Weise habe ich immer ein Stückchen Urlaub, wenn ich mit der Wolle von dort stricke oder das fertige Teil trage. Aber Euch muss ich das bestimmt nicht groß erklären, oder? :-)

Ich habe es ja schon im letzten Post erwähnt: Ich habe derzeit eine Sockenphase. Sie hält bereits eine geraume Zeit an, sodass ich Euch nun schon ein fertiges Paar zeigen kann:

Das Ribbelmuster von Frau Wapiti hat einen wahnsinnigen Spaß gemacht. Habe ich ganz bestimmt nicht zum letzten Mal gestrickt! Es eignet sich sehr gut für handgefärbte Garne wie diesen Strang Drachenwolle, den ich auf dem German Raveler Meeting gekauft habe.

Um die Socken mit meiner üblichen Maschenanzahl (60) stricken zu können, habe ich das Muster leicht abgewandelt und alle sechs Maschen die Hebemasche gestrickt, statt wie in der Anleitung alle acht. Die Ferse ist von den Harris Tweed Socken.

Hier nochmal alles im Überblick: