Kurzbesuch in der Schweiz

Nachdem unser Kurztrip nach Straßburg vergangenes Jahr so viel Spaß gemacht hatte, war klar: Unsere Ravelry-Gruppe macht auch in diesem Jahr einen vorweihnachtlichen Ausflug. Dieses Mal sollte es Zürich sein – Weit genug weg, um auf der Busfahrt lange stricken zu können aber immer noch nah genug für einen Tagesausflug.

Kurz nach sechs startete der Reisebus vom Betriebshof. An Bord: Jede Menge ältere Herrschaften und neun Strickerinnen, die entgegen aller Vorurteile den Altersdurchschnitt wesentlich nach unten schraubten. Wie vor kurzem beschlossen, habe ich meine grüne Jacke als Strickprojekt dabei gehabt, auch wenn’s mir schwer gefallen ist, keine Wolle für eine neue Mütze oder ähnliches einzupacken.

Vor lauter Schwätzen habe ich natürlich prompt einen Fehler in den Zopf an der Front eingebaut. Überhaupt habe ich bei diesem Projekt bislang schon so viele Fehler gemacht und geribbelt, wie selten zuvor.

Für unseren Aufenthalt in der schweizerischen Großstadt hatten wir zuvor keine Pläne geschmiedet. Fest stand, es wird ein Wollgeschäft besucht (wenn wir schonmal da sind …) und dem Museum für Gestaltung ein Besuch abgestattet. Unterwegs haben wir einiges von der Stadt gesehen. Zum Beispiel das imposante Landesmuseum,

die zahlreichen Quais

und das Gewimmel aus Autos, Menschen und Trambahnen in der Innenstadt.

Die Fußgängerzone Zürichs ist schlichtweg malerisch: Viele alte Gebäude, schmale verwinkelte Gassen und jede Menge Charme. Hier hält man sich gerne eine Weile auf, wandelt von Geschäft zu Geschäft (die leider in den meisten Fällen nicht ganz billig sind) und bewundert die Auslagen.

Bei vilfil ging’s dann wieder um Wolle.

Der Laden hat ein großes Sortiment an Standard-Garnen (Lang & Co), viel Sockenwolle, eine große Auswahl an Noro und einige Besonderheiten wie Kauni, schweizerisches handgesponnenes Garn und die isländische Lopi-Wolle.

Außerdem habe ich Isager-Garn und einige Strick-Kits von Hanne Falkenberg entdeckt. Ich sage bewusst „entdeckt“, denn der Laden ist aufgrund seiner Größe ein wenig unübersichtlich. Wenn man viel Zeit mitgebracht hat, kann man hier schön herumstöbern, wer allerdings gezielt etwas sucht, sollte bei den netten Kundenberaterinnen nachfragen.

Im Schweizer Heimatwerk haben wir uns nach einem etwas längeren Spaziergang wieder aufgewärmt, typisch schweizerische Geschenkartikel und allerlei Dekorationsartikel bestaunt.

Ein absolutes Highlight war das Zürcher Brockenhaus. Das Konzept dieser Kaufhäuser war mir bislang völlig unbekannt und als ich hörte, dass es dort ohne Ausnahmen gebrauchte Artikel gibt, war ich etwas skeptisch. Ich kenne Second-Hand-Läden nur als unsortierte Ansammlungen von altem Tand, der in einer Umgebung aufbewahrt ist, in der man nicht gerade in Kauflaune gerät. Umso erstaunter war ich, als ich dann im Brockenhaus selbst war.

Ok ok, vieles oder besser das meiste an Möbeln und Dingen, die es dort gibt, würde ich mir alleine vom Stil her nicht in meine Wohnung stellen. Trotzdem: Die Sachen sind in einwandfreiem Zustand und manche Einzelstücke waren so eigenartig, dass ich mich frage, wo man sonst so etwas bekommen könnte. Ich denke, man könnte sich im Brockenhaus eine komplette Wohnung einrichten. Es gibt nicht nur Möbel, auch Werkzeug, Haushaltsgeräte, Geschirr und Besteck,

Klamotten,

und sogar Handarbeitsutensilien inklusive altem Flachsrad.

Schade, dass der Tag so schnell vorbei gegangen ist und für einen Abstecher im Museum für Gestaltung nur wenig Zeit blieb. Dort haben sich einige mit nützlichen und vor allem schön gestalteten Dingen wie Sparschälern, Handtaschenleuchten und Wasserwagen mit integriertem Kompass (ja, sowas gibt es wirklich) eingedeckt. Natürlich waren viele Wege zu Fuß zurückzulegen und glücklicherweise hat mein angeknackster Fuß hier mitgemacht. Netterweise haben die anderen Mädels aber auch kein allzu schnelles Tempo angeschlagen, sodass ich trotz leichtem Hinken mithalten konnte. Eine Pause mit Kaffee und Kuchen und Strickzeug gab es um die Ecke vom Museum für Gestaltung in einem netten Café.

Auf der Rückfahrt waren wir zwar ziemlich kaputt aber trotzdem waren wir überraschend schnell wieder zuhause. Und es blieb genug Zeit, um bereits Pläne für den nächsten gemeinsamen Ausflug zu schmieden.  Und darauf freue ich mich schon sehr! 🙂

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6 responses to “Kurzbesuch in der Schweiz

  • Martina

    Meine Liebe,

    vielen Dank für diesen sehr schönen Bericht! Freu‘ mich schon auf unseren nächsten Trip!

    Liebe Grüße
    Martina

  • confusa

    Herrlich, dein ausführlicher Bericht! Gibt mir das Gefühl, „dabei“ gewesen zu sein. 🙂
    Liebe Grüße
    confusa

  • Christina

    Liebe Martina,
    danke für deinen tollen Bericht. Und ich bin froh, daß ich dabei sein durfte.
    Auch ich freu mich schon aufs nächste Mal.

    LG
    Christina

  • Lena

    Das klingt nach einem echt tollen Tag! Hast du dir denn auch echte Schweizer Wolle geleistet? Und ist das auf dem letzten Bild etwa ein neu angefangenes Projekt von dir???? 😉

    Liebe Grüße,
    Lena

  • mascha

    Schön zusammengefasst, Frau BlackStitch!
    Auf das nächste Mal!
    lg mascha

  • Mirjam

    Ein schöner Bericht, ich wohne ja in der Nähe und finde es immer interessant, wie andere die eigene Stadt oder Wohngegend erleben. Vilfil finde ich nicht nur unübersichtlich, sondern Chaotisch. Wenn man lange genug rumsucht, findet man sogar noch Wolle mit ganz „nostalgischen“ Banderolen.
    Brockenhäuser sind klasse und ich habe tatsächlich fast das ganze Haus mit Brockenhausmobiliar eingerichtet. Da ich fast alle Möbel weiss gestrichen habe, muss nur die Form stimmen und da gibt es manches Schätzchen zu entdecken. Wenn ich etwas brauche, schaue ich meist erst mal im Brockenhaus vorbei. Und als absolute Sensation habe ich ein fast neues Ashford Rad entdeckt, ausprobiert(läuft immer noch super!) und sofort gekauft… und es war ein richtiges Schnäppchen!
    Eine tolle Jacke strickst du, bin schon gespannt auf das Endergebnis.

    LG aus der Schweiz!
    Mirjam

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