Muss man alles können?

Ich präsentiere: mein kläglicher Versuch, das Fair Isle stricken zu lernen – bzw. das, was davon übrig ist. Ich hab’s wirklich mit aller Ernsthaftigkeit versucht: Angefixt von tollen Anleitungen wie Liseron, Pisqu, Royal Garden oder Royal Bloodline habe ich mich vergangenes Wochenende hingesetzt und frei nach dem Motto „learning by doing“ einfach mal losgelegt. Ok, einfach losgelegt ist übertrieben, ich habe zuvor schon einige Recherchen betrieben. Beispielsweise habe ich mir das sehr hilfreiche und informative Video zum Fair Isle Stricken von Ingrid angeschaut. Auch knittinghelp.com hat zu diesem Thema ein gutes Video-Tutorial.

Und trotzdem: Egal, ob zwei Fäden in einer Hand, ob mit oder ohne speziellem Fingerhut oder ein Faden links und einer rechts – es war ein Krampf. Ich sehe ja ein, dass man neue Techniken nicht einfach so von jetzt auf gleich lernt und perfekt meistert. Ich finde auch, dass man stets seinen Horizont erweitern soll, auch im Rahmen des eigenen Hobbys. Aber wenn ich in meiner begrenzten Freizeit frustriert mit zwei Fäden kämpfe und sich nach einem halben Tag Gekrampfe noch kein Erfolgserlebnis abzeichnet, ziehe ich mich wirklich lieber in meine Komfortzone zurück, stricke an meinem Nuvem oder einem schönen Lace-Tuch und lasse Fair Isle Socke Fair Isle Socke sein. Mein Hobby soll mich in erster Linie erfreuen und entspannen, Leistungsdruck und Frust habe ich im Alltag schon genug. Trotzdem frage ich mich, ob ich zu schnell aufgebe? Wie lange arbeitet ihr an euch und euren Fähigkeiten, wenn es um euer Hobby geht, wieviel Ehrgeiz, euch weiterzuentwickeln habt ihr? Und: Muss man als guter Stricker wirklich alles können?

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12 responses to “Muss man alles können?

  • wollbine

    Aber nicht doch! Man muss nicht alles können. Das macht doch auch die Vielfältigkeit aus. Wenn jeder alles könnte, wie langweilig wäre denn das?
    Ich z.B. bekomme das mit dem Doppelstrick nicht hin. Hab hin und her probiert, dieses und jenes getestet…. der Funke (Ehrgeiz) springt nicht über. Mir will das einfach keinen Spaß machen, also lasse ich es. Ich lehne mich entspannt zurück und kann ohne Neid die Strickteile der Anderen bestaunen und ich habe nicht das Gefühl, etwas zu verpassen.

  • MsBlackStitch

    Liebe Sabine, Danke, das beruhigt mein Gewissen schon sehr! Ich glaube, man muss einfach unterscheiden zwischen dem fertigen Projekt (das man unbedingt haben will) und dem Prozess, der es entstehen lässt (der keinen Spaß macht). Da meine Frau Mama wunderbare Fair Isle Socken strickt, muss ich zum Glück nicht ganz ohne mehrfarbige Socken auskommen – also habe ich beschlossen, das Erlernen dieser Technik erstmal auf Eis zu legen 🙂

  • wollbine

    Ich finde, für ein Einsteigerprojekt sind Fair Isle Socken schon ziemlich anspruchsvoll. Da ist oft nicht viel Platz für ausgedehnte Fingerarbeit. Ich komme z.B. mit einem Nadelspiel überhaupt nicht zurecht. Gerade Handstulpen, Socken ect. nehme ich dann auf eine lange Rundstricknadel und arbeite mit dem Magic Loop. Das finde ich entspannender.

  • Lena

    Ich stimme Wollbine zu. Man muss nicht alles können. Ich finde es toll, dass du es immerhin versucht hast. Zu schnelles Aufgeben gibt es nicht. Vielleicht ist einfach nicht die Zeit reif genug, das richtige Projekt kam noch nicht oder die persönliche Situation lässt es gerade nicht zu. Aber das ist nicht weiter tragisch. Ich hätte auch geribbelt und würde es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen 🙂

    Grüße,
    Lena

  • MsBlackStitch

    Da ich schon geahnt hatte, dass das Unterfangen nicht ganz leicht wird, habe ich schon mit der Magic Loop Technik gestrickt, mit dem Nadelspiel wäre mir das dann zu abenteuerlich geworden! 😉

    Ja, Lena, ich denke, ich versuche es irgendwann noch einmal. Vielleicht mal im Urlaub oder so, wenn nicht im Hinterkopf die Freizeit-Stoppuhr mitläuft und ich ständig denke, wieviel weiter ich jetzt mit meinen anderen Projekten hätte kommen können.

  • Tine

    Ich bin sicher, dass Du die Technik drauf hast. Wenn Dir das richtige „Ich will haben“-Projekt begegnet, fängst Du garantiert noch einmal mit dieser Technik an. : – ) Außerdem hast Du bis dahin Deinen Frust völlig vergessen : – )
    Sag’ niemals nie!
    PS
    Ich bin nicht über EINE Socke hinausgekommen. So wichtig/richtig war es dann doch nicht.

  • MsBlackStitch

    Die „Liseron“-Socken sind eigentlich ein totales „Will haben“-Projekt für mich. Naja, kommt Zeit, kommt Fair Isle, nicht wahr? 😉

  • Alp

    Für ein erstes FairIsle-Stricken würd ich mir ein kleines Projekt vornehmen oder ein nicht durchgehend gemustertes. Ein kleiner Beutel, eine Mütze oder wenn du lieber grosse Stücke strickst nur einen Streifen in FairIsle.
    Einfach mal wieder probieren wenn du Lust und Zeit dafür hast. 😀 Und – versteif dich nicht auf vorgegebene Techniken. Viele Wege führen nach Rom bzw. FairIsle, meiner ist ein ganz eigenartiger und ganz bestimmt nicht regelkonform. Aber für mich funtionierts und ich komm zum Ziel. 😉

    Also nicht aufgeben, aber auch nicht unter zwanghaftem Druck diese Technik lernen wollen, dann klappts auch irgendwann mit FairIsle.

    Viel Erfolg und bis dahin viel Spass mit all den Stricktechniken, die du beherrscht. 😀

    Liebe Grüsse
    Alpi

  • Mupili

    Ich kenn das nur zu gut…lach.
    ich habe auch schon einen ganzen Nachmittag damit verbracht Socken ToeUp stricken zu wollen. Nach ca. 20 kläglichen Versuchen hab ich aufgegeben.
    Aber wie du schon schreibst, solche Sachen sollte man sich wohl echt für den Urlaub aufheben wenn man den Kopf frei hat.
    Fair Isle ist auch noch eine Technik, die auf meiner to learn Liste steht.
    Wir werden das schon schaffen- eines Tages. 😉

    Liebe Grüße
    Susann

  • MsBlackStitch

    Liebe Alpi, liebe Susann, vielen Dank für eure netten Comments 🙂 Ich muss zugeben, die letzten Tage hat es mich doch in den Fingern gejuckt, es mit den Socken nochmal zu probieren (ich entwickele nur ausreichend Ehrgeiz, wenn ich an einem „will-haben-Projekt“ arbeite – egal, ob das anfängergeeignet ist). Aber meinem Nervenkostüm zuliebe lasse ich es erstmal und vertage das Unterfangen.

  • linnea

    nee, ich setzte mich da nicht (mehr) unter druck. zu schwierige lochmuster, fair isle oder double face – muss nicht sein. und nur für ein absolutes traumprojekt würde ich dann richtig energie investieren…
    linnea

  • Franziska

    Der Ehrgeiz und ich kennen uns nicht besonders gut, aber die Gier nach etwas lässt mich meistens so lange an etwas rumfrickeln, bis ich es dann (wenigstens halbwegs) beherrsche.
    Eine wunderschöne Fair Isle-Strickjacke steht schon seit gewisser Zeit auf meiner to do-Liste, das Manko besteht in den Größen für die Muster. Solange ich nicht ausreichend abgespeckt habe besteht kein Grund für mich die Technik zu lernen.
    Ach, bei Toe up-Socken habe ich übrigens recht schnell die Flinte ins Korn geworfen, weil mich die Ferse dabei dermaßen nervt, dass ich das nie wieder machen will. 😀

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