977 matches

Vor kurzem habe ich mich mal wieder auf ravelry herumgetrieben und wollte meine Queue, also die Liste von allen Strickanleitungen, die ich gerne mal stricken möchte, anschauen. Ich war leicht geschockt, als ich rechts oben im Bildschirm gelesen habe:

Was?! 977 Anleitungen mag ich tatsächlich irgendwann einmal gestrickt haben? Ist das mein Ernst?
Diese erschreckende Zahl setzt sich im Detail zusammen aus: 228 Pullis oder Jacken, 257 Socken, 306 Tüchern oder Schals und einigem Kleinkram wie Handstulpen, Mützen, putzigen Tieren oder kleinen Aliens.

Ernsthaft – ich werde doch nie im Leben mehr als zweihundert Strickjacken benötigen. Überlegt mal, wieviel Platz die Teile bräuchten. Davon mal abgesehen kann niemand außerhalb der Antarktis einen so hohen Bedarf an gestrickten Oberteilen haben, es sei denn, die drohende neue Eiszeit tritt doch ein. Hätte ich mehr als dreihundert Tücher, könnte ich fast jeden Tag des Jahres ein anderes tragen, was für ein Wahnsinn! Außerdem hätte ich für jeden Tag, an dem man tatsächlich temperaturbedingt Socken tragen muss, ein Kontingent von Wollsocken (die restlichen Tage wäre Sandalen- und Ballerina-Zeit). Ich mag garnicht überlegen, wie lange ich stricken müsste, um die teilweise doch recht aufwendigen Projekte alle zu nadeln.

Okay, ich füge Anleitungen recht leichtfertig meiner Queue hinzu. Was mir gefällt, was ich tragen oder haben möchte kommt auf die Liste. Außerdem freue ich mich jedes Mal, wenn ich etwas meiner Queue hinzugefügt habe. Hier kommt das Jäger- und Sammler-Prinzip zum tragen: Ähnlich wie bei Pinterest füge ich bei ravelry Dinge, die ich gut finde oder haben mag, einfach der Liste hinzu – ob ich Strickjacke Nummer 164 dann auch tatsächlich ernsthaft haben möchte, spielt eigentlich gar keine Rolle, im Vordergrund steht die Freude, eine weitere tolle (vielleicht sogar kostenlose) Anleitung entdeckt zu haben.

Ich muss allerdings zugeben, dass mich diese große Auswahl an quasi sofort verfügbaren Strickmustern in letzter Zeit etwas unter Druck setzt. Stets denke ich mir: Mag ich das jetzt wirklich stricken? Finde ich nicht noch was besseres, was schöneres? Passt die ausgewählte Anleitung tatsächlich zu meinem Garn? Egal, ich strick’s mal an, wenn es nach ein paar Reihen doof aussieht, mache ich eben doch etwas anderes daraus. Aber was? … Und so kommt es, dass ich viel zu viele angestrickte Dinge hier herumliegen habe.
Ich bin mir sicher, liebe ravelry-User, ihr kennt diese Gedankengänge. Ja, dabei handelt es sich um ein Luxusproblem, ein Problem ist es aber irgendwie trotzdem. Denn das eigene Hobby sollte meiner Meinung nach nicht so erfolgs- und ertragsorientiert sein, sollte uns nicht zweifeln lassen, ob wir unsere Zeit gerade wirklich für das bestmögliche Projekt nutzen.

Wahrscheinlich muss ich einfach lernen, mit der großen Auswahl an Möglichkeiten umzugehen – und einfach das zu stricken, was sich richtig anfühlt. Ganz langsam, Masche für Masche.

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3 responses to “977 matches

  • Tine

    JEP! Dieses Problem kenne ich auch. Anfangs bin ich mit dem Quere auch „Inflationär“ umgegangen (genau wie mit meinem Wollvorrat), aber es hat sich gelegt. Nun bin ich nicht besonderes aktiv bei Ravelry unterwegs, aber es läpperte sich dann doch. Irgendwann habe ich mich entschlossen (natürlich mit einem total schlechten Gewissen) die wirklich unüberlegten Sachen zu löschen. Jetzt kommt der Großteil zunächst in die „Favoriten“ und erst nach näherem Hinsehen in den Quere, oder die Quere? Meiner ist überschaubar, aber stricktechnisch trotzdem illusionär, schließlich ist der Name ja Programm 🙂
    Liebste Grüße
    Tine

  • wollbine

    Durch deinen Eintrag bin ich jetzt richtig neugierig geworden und habe mir mal meine Queue angschaut, um gleich darauf aufatmen zu können. 26 Projekte stehen da. Nicht mehr und nicht weniger. Ich denke, diese Zahl ist realisierbar, auch in absehbarer Zeit. Trotzdem befinde ich mich gerade mal wieder in diesem Zustand von ich-weiß-nicht-was-ich-stricken-soll. Und ja, das IST ein Luxusproblem.

  • Snorka

    Das kommt mir auch bekannt vor…ich habe zwar „nur“ 122 Projekte in der Queue, aber auch da habe ich mich schon gefragt, wann ich denn das bloß alles stricken soll (und wie groß der Schrank wohl sein müßte, in dem ich die ganzen fertigen Sachen dann aufbewahren könnte…). Ich versuche allerdings mittlerweile, die Queue mehr als eine Übersichtsliste für die Projekte, die ich aus meinem Stash stricken könnte, zu benutzen (zumindest auf den vorderen 20-30 Plätzen). Alles Andere kommt dann erstmal nur zu den Favoriten…davon habe ich allerdings mittlerweile schon über 1.000…

    LG, Snorka

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