Auf die inneren Werte kommt es überhaupt nicht an

Was macht man, wenn man nach einigen Jahren des Spinnens aus dem Stadium der schwangeren Regenwürmer heraus ist, den Faden problemlos so hinbekommt, wie man sich das vorgestellt hat und auch das Verzwirnen gut funktioniert? Damit es einem nicht langweilig wird, lernt man eine neue Spinntechnik – und fängt mit dieser nochmal ganz von vorne an!

Unter der sachkundigen Anleitung der lieben Katrin, in unserer Spinngruppe zurecht als „die Spinnqueen“ bekannt, habe ich mich an Corespinning gewagt. Als Ausgangsmaterial verwendet man dafür am besten ein Batt. Am meisten Spaß macht’s natürlich mit einem, das man (mit dem Kardiergerät der Spinnqueen) selbst kardiert hat:

corespinning

Außerdem benötigt man einen Faden, den sogenannten Core. Dazu kann man praktischerweise alte Garne nehmen, die man zu Beginn des Stashanbaus erworben hat und nie verstricken wird. Diese werden einmal mit ordentlich Drall durch das Rädchen auf eine freie Spule gedreht.

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Sinn des Corespinnings ist, dass man den Core-Faden mit dem Batt umwickelt, so dass man den Core nicht mehr sieht. Im Idealfall sollten sich die Farben von Core und Batt nicht allzu sehr unterscheiden, denn gerade am Anfang fällt das Umwickeln ziemlich schwer und der Faden schaut immer wieder hervor. Habe ich natürlich nicht so gemacht, aber egal. Die hellbraunen Stellen sind nunmal Designelemente.

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Wichtig beim Corespinning: langsam treten. Sehr langsam. So wenig Drall wie möglich auf den Faden geben. Wenn ich ehrlich bin, habe ich bei diesem Garn erstmal gemerkt, wofür man einen größeren Wirtel tatsächlich benötigt. Bislang habe ich meist sehr dünne Garne mit hoher Trittfrequenz und viel Drall gesponnen. Das Corespinning hat da eine große Umgewöhnung erfordert.

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Beim Spinnen sollte sich das Rad nicht in die Richtung drehen, in der man zuvor den Core-Faden auf die Spule gewickelt hat. Ziel ist, den Drall in dem Core-Faden durch das Drehen in die entgegengesetzte Richtung, mit der man nun umwickelt, zu neutralisieren und so ein ausgewogenes Garn zu produzieren. Klingt schwierig, ist es auch. Macht aber trotzdem Spaß!

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Da man beim Corespinning sehr langsam tritt, dauert der Spinnprozess ziemlich lange. Schnelle Erfolgserlebnisse kann man mit dieser Spinntechnik nicht erzielen.

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Dafür ist das Ergebnis wirklich klasse. Vor allem Batts, deren Farben bei einer normalen Spinntechnik schnell Gefahr laufen, miteinander zu arg zu vermischen und „matschig“ zu werden, kommen beim Corespinning super raus.

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Richtig zufrieden bin ich noch nicht ganz, ich habe immernoch zuviel Drall im Garn und trete einfach zu schnell. Mit dem Spinnen ist es eben wie mit (fast) allem: Übung macht den Meister!

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2 responses to “Auf die inneren Werte kommt es überhaupt nicht an

  • Snorka

    Core-Spinnen habe ich bisher auch noch nicht probiert – hört sich sehr interessant an und Dein erstes Ergebnis finde ich richtig schön!
    LG Snorka

  • MsBlackStitch

    Liebe Snorka, vielen Dank! Ich kann wirklich nur empfehlen, spinntechnisch ab und zu über den Tellerrand der eigenen Komfort-Zone heraus zu schauen, man lernt so viel über das eigene Rad und das Material, mit dem man arbeitet. Ich mache das leider viel zu selten, obwohl ich jedes Mal so viel für mich heraus hole!

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