Archiv der Kategorie: Bewegte Bilder

Ravellenic Games

Auch wenn es im Vorfeld jede Menge Ärger um die Ravellenic Games gab, die Wahl der Hauptsponsoren für die Spiele mehr als fragwürdig ist und die Londoner Bevölkerung nun zwei Wochen lang im Ausnahmezustand leben muss – ich freue mich trotzdem, dass Olympia endlich angefangen hat.
Für alle, die nicht wissen, um was es bei den Ravellenic Games geht: Im Prinzip setzt man sich ein bestimmtes stricktechnisches Ziel, das man innerhalb der Zeit, während derer die Olympiade stattfindet, erreichen muss. Ich habe mir vorgenommen, in diesen Tagen einen Hitchhiker aus selbstgesponnenem Garn zu stricken.

Angeschlagen habe ich den Schal regelkonform während der Eröffnungsfeier am Freitagabend. Überraschenderweise habe ich während der live-Übertragung ganze acht Zacken gestrickt, obwohl ich bei der genialen Show mehr zugeschaut als genadelt habe. Mein persönliches Highlight: Rowan Atkinson in seiner Paraderolle Mr. Bean als Keyboarder beim London Symphonic Orchestra!

Den Hitchhiker (das wird mein mittlerweile drittes Exemplar, eins selbstgestrickt und eins habe ich von meiner Mama geschenkt bekommen) werde ich etwas anders stricken als in der Anleitung beschrieben. Statt kraus rechts werde ich den Schal in glatt rechts mit einer linken Reihe pro Zacke stricken.

Dadurch rollt er sich nun etwas ein, aber ich denke, wenn ich den Schal gut spanne, bekomme ich den Stoff schon glatt.

Das Garn war mal ein Kammzug von Cloudlover mit dem Namen Haunted Vineyard. Das Spinnen hat Riesenspaß gemacht, nicht nur wegen der genialen Farben. Polwarth lässt sich einfach sehr schön verspinnen, für mich die perfekte Stapellänge. Mal sehen, wie groß ich den Hitchhiker bekomme, ich habe ja leider nur 100 Gramm, die Anleitung ist aber ausgelegt für einen 150 Gramm Meisenstrang.


Drops goes YouTube

Mal wieder ist es seit einigen Tagen verdächtig still … an Themen für Blogeinträge mangelt es nicht, schließlich wird im Hause BlackStitch nach wie vor fleißig gestrickt und gesponnen. Allerdings liege ich gerade mit einer dicken Erkältung flach, die sich im Laufe der letzten Zeit mit Schlappheit und Müdigkeit angekündigt hat. Da ist mir leider nicht so wirklich nach bloggen, ich bitte um Verzeihung.

Trotzdem: Gerade habe ich eine tolle Entdeckung gemacht, die einen kurzen Blogeintrag verdient. Ihr kennt ja sicherlich alle Drops Garnstudio, Heimat unzähliger kostenloser Strickanleitungen in den verschiedensten Sprachen und Hersteller von (zumindest für mich) qualitativ und farblich sehr ansprechenden Garnen.
Nun gibt es von Drops noch einen YouTube-Kanal, auf dem sich mittlerweile 86 kurze Videos befinden, in denen unterschiedliche Strick- und Häkeltechniken anschaulich vorgeführt werden. Das Spektrum reicht von Pompons machen über provisorische Anschläge, verschiedene Zunahme- und Abnahmetechniken, Dominostricken bis hin zu Grundlagen wie linke und rechte Maschen. Die Videoqualität ist durchweg gut und dank der Baumstamm-Nadeln und dem dicken Garn, das die Vorstrickerin verwendet, sieht man auch deutlich, worauf es bei der jeweiligen Technik ankommt. Englisch- oder Norwegischkenntnisse sind nicht nötig, denn die Videos sind alle ohne Ton. Ich denke, da werde ich in Zukunft öfters vorbei schauen, wenn ich bei einer bestimmten Technik mal wieder auf dem Schlauch stehe.


Lace-Tücher tragen für Anfänger und Fortgeschrittene


One & Other & Brenda Dayne

Über One & Other habe ich ja schonmal in meinem London-Post geschrieben. Nun wird morgen von 12h bis 13h 14h bis 15h* eine berühmte Strickerin den Platz auf dem fourth plinth einnehmen: Brenda Dayne, Macherin von Cast On, der Mutter aller Strickpodcasts. Ich bin schon sehr gespannt, was sie in der Stunde machen wird, einen kleinen Vorgeschmack gab es ja bereits in der letzten Podcast-Folge. Wer das Ganze live mitverfolgen will, kann hier den Videostream direkt vom Trafalgar Square anschauen.

* Sorry, bin mit den Zeitunterschieden durcheinander gekommen …


Video: Schafe hüten extrem

Manchmal sind sie schon wunderlich, die Briten …

Ist das echt? Oder ein gut inszenierter Werbegag von Samsung? Anscheinend eine Mischung aus beidem.
Der Chef-Schäfer behauptet jedenfalls, es sei nur sehr wenig „computer wizardry“ im Spiel gewesen, hauptsächlich sei das Ergebnis auf „good dogs and sensible sheep“ zurückzuführen (hier gibt’s ein Video, in dem der Schäfer und der Hundetrainer interviewt werden und wo man sieht, wie das ganze entstanden ist).

Auch, wenn’s wirklich lustig ist und die Zusammenarbeit zwischen Schäfer, Hund und den Schafen sehr beeindruckend ist … die gehetzten Schafe tun mir schon irgendwie leid. Ich hoffe, die Viecher haben das nicht alles an einem Tag mit sich machen lassen müssen.

Danke Claudia, für’s Link posten bei Ravelry 🙂


Ich seh‘ Sternchen

Und zwar estnische, in dunkelschwarzpinkmagenta.

rosasternchen

Ich weiss nicht, was mir mehr Spaß macht: Der Star Chart, mit dem der Laminaria anfängt, oder die tolle Wollmeisenfarbe Petit Poison Nr.5.

Im Laminaria hat die Designerin vorrangig estnische Muster verwendet, die ich so noch nie verstrickt habe. Deshalb macht mir das Projekt wohl auch solchen Spaß: Es ist mal was vollkommen Anderes! Die Formen des Laminaria entstehen dadurch, dass zwei oder drei Maschen zusammengestrickt und aus diesen bis zu neun Maschen wieder herausgestrickt werden. Der Anfang, die Sternchen, sind noch harmlos. Hier werden drei Maschen zusammengestrickt und ebensoviele wieder zugenommen.

Von der Wollmeisenfärbung bin ich restlos begeistert! Wie es auf der Shopseite heisst, hat das Garn „die passenden Unitöne zu Poison Nr.5“, wobei ich „uni“ etwas unglücklich gewählt finde. Damit verbinde ich einfarbiges Garn ohne Farbvariation. Das Petit Poison Nr.5 ist nun aber eine tolle Mischung aus Schwarz und Magenta. Beide Farben mischen sich ineinander, gleichzeitig gibt es aber auch wieder Stellen im Strang, die nur eine Farbe haben. Das Strickstück wird aber nicht „fleckig“ sondern nimmt eine harmonische Farbe an, die nicht vom Muster ablenkt. So sehr ich die verschiedenbunten Wollmeisen mag, solche Färbungen sind mir (vor allem im Lace!) doch die allerliebsten.

Müsst Ihr bei dem Wort „Poison“ auch immer an den gleichnamigen Song von Alice Cooper denken? Ich schon. Und deshalb gibt’s zum Abschluss des Posts noch eine kleine musikalische Untermalung aus dem Jahr 1989!


Schnell, schnell!

Im Leben muss ja immer alles schnell gehen. Man muss schnell von A nach B, schnell essen, schnell entspannen, Unterhaltungen müssen schnell „auf den Punkt“ gebracht werden. Mit dem Stricken ist es anders: das braucht nunmal seine Zeit. Das ist mir klar und es ist einer der Gründe, weshalb ich das Hobby sehr mag. Aber trotzdem denke ich mir manchmal „Ein bisschen schneller könnt’s schon voran gehen“. Gut, sich mal auf ein Projekt zu beschränken, statt ständig etwas Neues anzufangen, wäre eine Maßnahme. Jetzt sind die zahlreichen WIPs aber schon da. Warum also nicht einfach etwas schneller stricken?

Ich habe mich immer gefragt, wie Stephanie Pearl-McPhee (Yarn Harlot) neben Haushalt, Kindern, Bücherschreiben und Promo-Touren so unglaublich produktiv sein kann, was das Stricken angeht. Jetzt ist es mir klar. Die Frau strickt wirklich wie der Wind.

Und ich dachte immer „English Style“ wäre langsam … weit gefehlt!
Für die „Continental Style“ Stricker (also die, die den Faden in der linken Hand halten) gibt es ein Video von Knit Picks, in dem am Beispiel der weltweit schnellsten Strickerin (118 Maschen pro Minute) ein paar Tipps für effektiveres Stricken gegeben werden.

Also dann: Auf die Plätze – Nadeln schnappen – los!