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Das kollektive Tuch

Copyright: Curious Handmade

Copyright: Curious Handmade

Helen Stewart von Curious Handmade hatte eine geniale Idee: Anstatt ein Tuchdesign zu entwerfen und zu hoffen, dass es möglichst vielen Strickern gefällt, lässt sie bei ihrem neuesten Projekt die Stricker selbst entscheiden, was für ein Tuch sie haben möchten. Über fünf Wochen hinweg können wir alle einmal die Woche (immer am Montag) über mögliche Designs abstimmen. In Woche 1 haben wir die Wahl, ob wir lieber ein Lacetuch oder ein Tuch mit Strukturmuster hätten.

Und es kommt noch besser: Wer bis zum 24. Mai die Anleitung bzw. mittlerweile noch den Platzhalter für die Anleitung, denn diese gibt es natürlich erst nach Abschluss der Abstimmung, kauft, bekommt das Pattern umsonst. Danach wird das Muster schrittweise etwas teurer.
Nicht wundern, bei Ravelry ist der Preis von einem Cent angegeben und man wird beim „Kaufvorgang“ auch fast bis zu PayPal durchgeschleust, im Endeffekt zahlt man aber doch nichts und kann das PDF einfach herunterladen. Der Pseudo-Kaufvorgang ist nötig, damit Helen einen Verteiler hat, um das Pattern-Update zu verschicken, wenn die Anleitung fertig gestellt ist.

Über das Tuchdesign abstimmen kann aber jeder, unabhängig davon, ob man die Anleitung bei Ravelry gekauft hat, oder nicht. Ich finde, das ist ein wirklich cooles Projekt und ich bin jetzt schon sehr gespannt, was dabei heraus kommt!

 


Welle um Welle

Selten hat mir das Lace stricken so viel Spaß gemacht, wie bei diesem Tuch – die Maschen haben sich quasi von alleine gestrickt.

Das Lochmuster ist durchbrochen von zwei rechten Maschen, die von jeweils einer linken Masche umrandet werden. Diese „Wellen“ geben dem Tuch eine sehr schöne Struktur.

Von dem Wollmeisenstrang hatte ich nur zirka drei Meter übrig … das Abketten war dementsprechend eine spannende Angelegenheit!

Das Tuch lässt sich recht einfach stricken und wäre auch für Lace-Anfänger geeignet. Es ist verhältnismäßig unkompliziert, das Muster ist leicht zu merken und sieht klasse aus. Noch dazu ist die Anleitung kostenlos.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise Twin in einer „Nobody’s Perfect“ Farbe
  • Verbrauch: Alles bis auf drei Meter
  • Nadelstärke: 3,5 mm
  • Anleitung: Seas Shawl von Suzy Crancer (luckyfind), kostenlos bei Ravelry

Sommerfrische

Ja, ich weiß, bei den Temperaturen mag es irrsinnig erscheinen, ein Wolltuch zu stricken. Aber da ich ein Fan des antizyklischen Strickens bin (warum erst im Winter warme Sachen stricken, dann müssen die doch schon längst fertig sein?), ist mir das recht egal. Wenn sich der Sommer also irgendwann wieder verzogen hat, werde ich mir dieses Tuch um den Hals legen und an die klebrigwarmen vergangenen Tage denken, in denen die kühle Wollmeisenfarbe mir zumindest die Illusion einer Sommerfrische gegeben hat.

Die Anleitung für das Tuch gibt es kostenlos bei Ravelry: Seas Shawl. Das Tuch kann beliebig groß oder klein gestrickt werden, da das wellenartige Muster so oft wiederholt werden kann, bis die Wolle aufgebraucht ist. Genau das habe ich auch vor und ich denke, das Tuch wird eine richtig gute Größe erreichen – schließlich sind Wollmeisenstränge 150 Gramm schwer.

Um welche Wollmeisenfarbe es sich hier handelt, kann ich leider nicht sagen, denn der Strang ist ein „Nobody’s Perfect“. Egal, die Farbe ist auch unperfekt einfach ein Hammer – sie strahlt richtig!
Mit den „Dreamz“-Nadeln bin ich hochzufrieden, das Stricken macht großen Spaß. Die anfängliche „Klebrigkeit“ ist mittlerweile auch verschwunden, nun läuft alles wunderbar.

Ich freue mich schon auf das Blocken – das Muster entwickelt sich bestimmt ganz toll.


Anleitung der Woche: Ginkgo Shoulderette Shawl

Wieviele Schals und Tücher braucht Frau eigentlich? Eins ist klar, ich habe viel mehr als ich tatsächlich brauche und könnte sicherlich zwei Wochen lang jeden Tag mit einem anderen luftigen Etwas um den Hals aus dem Haus gehen. Trotzdem gibt es Tücheranleitungen, da juckt es einen einfach in den Fingern und man mag am liebsten sofort den Stash nach einem passenden Garn durchsuchen. Der kostenlose Ginkgo Shoulderette Shawl ist so eine.

Ginkgo Shoulderette Shawl von dem Blog Fragrant Heart Creations

Das Tuch folgt dem (von Ysolda mit Ishbel gesetzten) Trend, zuerst glatt rechts zu beginnen und das Lacemuster nur im äußeren Teil zu tragen. Wie die meisten Dreiecktücher ist auch dieses variabel und kann beliebig vergrößert werden, damit aus der Shoulderette ein ausgewachsener Shawl wird. Sicher würde das Tuch auch in einer etwas dickeren Wolle sehr gut aussehen, überhaupt finde ich, die Blätter benötigen die Struktur von einem Garn, das mindestens Sockenwollstärke hat.

 


Das Schöne am Einfachen

Manchmal muss es etwas Einfaches, Simples und dennoch Schönes sein.

Traveling Woman ist genau das: Wegen des simplen Musters ist das Tuch perfekt für Stricktreffen, spannende Hörbücher oder den sonntäglichen Tatort geeignet (sei es, weil dieser so interessant ist, dass man unbedingt alles mitbekommen mag, oder weil man wegen der andauernden Ödnis mancher Ermittlerpaare seine Aufmerksamkeit doch lieber der Strickerei schenkt).

Durch die halbrunde Form lässt sich das Tuch gut tragen, verrutscht nicht von den Schultern und hat keinen unschönen Zipfel, der entweder den Rücken herunter hängt oder vor der Brust wie ein Lätzchen wirkt (diese Gefahr besteht irgendwie immer bei normalförmigen Dreieckstüchern).


Ein derart schlichtes Muster verträgt Farbe – und wo gibt es mehr davon als in den Garnen der Wollmeise?

Diesen speziellen Strang hatte ich schon eine Weile im Stash, glücklich ergattert im Online-Shop, als an einen unvirtuellen Laden noch nicht zu denken war.
Das Tuch ist wahnsinnig groß geworden, nicht zuletzt, weil ich sprichwörtlich bis zu den letzten Metern alles verarbeitet habe. Aber es macht mir auch mal wieder klar: Wollmeisengarn ist auf den ersten Blick zwar nicht gerade günstig, aber trotzdem sein Geld wert. Nicht nur wegen der tollen Farben und der guten Garnqualität, sondern weil ein Strang immerhin ganze 520 Meter lang ist und man daraus eine Menge machen kann.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise 100% Sockenwolle, Farbe: Indisch Rot
  • Verbrauch: Alles bis auf drei Meter!
  • Nadelstärke: 3,5mm
  • Anleitung: Traveling Woman von Liz Abinante, erhältlich als kostenlose Anleitung oder als kostenpflichtiges E-Book mit weiteren Variationen der ursprünglichen Anleitung

Freitagabendkrimi

Gestern Abend hatte ich weder mitbekommen, wie Lanz  mit seinen spargelkochenden Gästen schlechte Witze austauschte noch wie fünf Sendeplätze weiter das nervige Grandprix-Fieber umherging – ich hatte was Spannenderes zu tun. Vier Reihen haben am neuen Wollmeisentuch gefehlt und das restliche Garn wurde immer weniger und weniger … Zwischendrin hatte ich schon überlegt, ganz aufzugeben, einen Mustersatz zurück zu ribbeln und ganz beruhigt ein etwas kleineres Tuch zu Ende zu stricken. Aber der Nervenkitzel hat gesiegt und Reihe um Reihe habe ich weiter gemacht. Zwischendurch kamen mir wilde Ideen: Ob wer aus meiner Strickgruppe wohl ein paar Meter in einer ähnlichen Farbe übrig hat, falls es nicht reicht? Ob es doof aussehen würde, die letzte Reihe mit schwarzer Wolle zu stricken?
Schlussendlich hat das Garn dann doch ausgereicht, allerdings nur, weil ich mit einer Technik abgekettet hatte, die weniger Lauflänge verbraucht, als die, die ich sonst anwende. Dafür werden sich die Zipfel am Rand wohl nicht allzu sehr ausspannen lassen, aber damit kann ich leben. Weniger als drei Meter vom indisch roten Wollmeisengarn sind übrig geblieben – und ich war nachts um 1 Uhr selten so wach.


Huch … !

Die kleine reisende Dame hat heimlich still und leise eine beachtliche Größe entwickelt: 1,70 Meter Spannweite in der Breite!

Da bin ich jetzt schon sehr überrascht, eigentlich sollte das ein etwas kleineres Tuch werden. Aber na gut!
Ich muss zugeben, ein wenig erinnert mich die Form an eine Fledermaus.
Schöne Bilder im Tageslicht gibt es, sobald sich Bat Woman und Wetter gleichzeitig von ihrer trockenen Seite zeigen.