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Firma Papa GmbH

Mein Papa ist der beste. Das sagen sicherlich viele über ihren Papa und jeder hat eine andere Begründung dafür. Eine der vielen Begründungen, die ich habe, ist folgende: Mein Papa baut mir tolle Sachen. Schon immer. Unvergessen mein Barbie-Haus, das er mit Hilfe meiner Mama in liebevoller Kleinstarbeit wochenlang abends heimlich zusammengebaut hat und das alle gekauften Modelle aus rosa Plastik um Weiten in Komfort und Schönheit übertroffen hat (meine Barbies hatten eine geflieste Sonnenterrasse mit Pool. Das soll Mattel erstmal nachmachen!). Oder meine Schwester, die in der Grundschul-Projektwoche die am besten gekleidete Squaw der dritten Klasse war – komplett mit selbstgeschnitztem Pfeil-und-Bogen-Set.

Kein Wunder also, dass mein Papa sich gleich in den Baumarkt begab, als ich ihn darum bat, mir ein so genanntes „Handy Andy“ zu bauen. Kurz darauf hatte ich diese zwei „Holzpilze“ in der Post:

Was macht man mit diesen seltsamen Dingern? Eigentlich ist es ganz einfach: Sie sind der menschlichen Hand nachempfunden, sodass man sie dazu benutzen kann, ein „Andean Bracelet“ zu wickeln, ohne sich die Zirkulation in der Hand schmerzlich abzuschneiden.

Ich mag diese Methode um zweifädig zu zwirnen sehr gerne: man hat keine Reste und gleichzeitig die volle Kontrolle über die Fäden, da sie direkt vom Handgelenk abgewickelt werden. Außerdem wird mein Garn auf diese Weise sehr ausbalanciert.

Danke Papa!
Nicht nur für die Holzpilze.

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Two ply or not two ply?

Man lernt ja nie aus. Ich habe nun gelernt, dass ich zukünftig immer eine Probe spinnen werde und diese ausnahmslos immer anstricken werde, um zu sehen, wie das versponnene Garn dann aussieht. Bei meinen Testspinnereien habe ich ziemliche Überraschungen erlebt. Aber besser jetzt, als nach 800 Gramm versponnenem Garn.

Wie Ihr seht, seht Ihr nichts. Navajo (oben) und zweifädig (unten) machen nicht den riesigen Unterschied. Das Zweifädige hat etwas mehr Definition, die Maschen sind etwas deutlicher zu erkennen. Aber nur ein wenig. Viel wertvolller war für mich Erkenntnis, dass ich mit dem Garn lieber keinen aufwendigen Aran stricke, da die Farben das Muster zu sehr untergehen lassen würden.

Neugierig habe ich noch einen weiteren Test gemacht und zwar mit der Gotland-Wolle von Wollknoll.

Hier war ich sehr überrascht, ist doch ein großer Unterschied zwischen dem dreifädig Navajoverzwirntem (links) und dem Zweifädigen (rechts). Das Zweifädige ist fusselliger und hat dadurch ein undeutlicheres Maschenbild. Die Navajo-Technik hat bei der Gotland-Wolle ein glatteres Garn produziert, das zwar durch die engere Verzwirnung etwas weniger weich ist, dafür aber die Maschen deutlicher herausstechen lässt.

Und jetzt? Verspinne ich die schottische Multicolor, und zwar zweifädig, wie klengelchen mir geraten hat. Zwar gefällt mir das Garn als dreifädiges besser, wenn aber der Unterschied so gering ist, achte ich lieber auf das Gewicht des fertigen Strickstücks.

Allerdings werde ich wohl eher ein schlichteres Projekt dafür ins Auge fassen. Vielleicht Augusta (Ravelry Link)?