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Kommt Zeit, kommt Daybreak Nummer 2

Ja, der Daybreak hatte mich wirklich genervt, so sehr, dass ich das Projekt zeitweise am liebsten in den dunklen Schrank verbannt hätte, in dem alle anderen WIPs ihr trauriges Dasein fristen (schaut mich nicht so vorwurfsvoll an – gebt zu, ihr habt auch ein WIP-Asyl!). Nachdem ich mir aber eine ausgeklügelte Farbkodierung für Maschenmarkierer und eine idiotensichere Eselsbrücke für m1l und m1r ausbaldowert hatte, ja da hatte das Stricken richtig Spaß gemacht. So sehr, dass ich erst kürzlich einen zweiten Daybreak nachgeschoben habe. Ich finde, das Tuch ist extrem tragbar und vor allem alltagstauglich. Nichts gegen feingliedriges Lace – aber zu einem normalen T-Shirt passt ein kompliziertes Werk aus Orenburg-Strickerei nunmal kaum.

Verstrickt habe ich zwei Farben der Wollmeise: Arlene (braunbeeriglila) und Nicole (blautürkisgrün). Zugegeben, Farbunterschiede sind zwar vorhanden aber alles andere als auffällig und kontrastreich. Für mein Arbeitsumfeld (Büro mit latentem Dresscode) ist die Kombi aber genau richtig.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise Pure in den Farben Arlene und Nicole
  • Verbrauch: Von Arlene (Farbe 1) sind noch zirka 30 Gramm übrig, von Nicole (Farbe 2) nur noch ein recht kleines Knäuel
  • Nadelstärke: 3,5 mm
  • Anleitung: Daybreak von Stephen West
Ein Post nach einem Jahr Blogpause – blogge ich nun wieder öfter?
Ja, ich hoffe es und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – ich habe es vor. Trotzdem mache ich keine Versprechungen, denn meine zahlreichen Hobbys und nicht zuletzt die Notwendigkeit des Broterwerbs machen ein aktives Blogger-Dasein nicht immer einfach. Sehen wir einfach mal, wie sich die Sache entwickelt 😉

Wenn Projekte nerven

Ein ideales Strickprojekt macht mir beim Stricken genauso viel Spaß, wie beim späteren Tragen oder Benutzen. Wenn ich beim Stricken schon daran denke, wie toll es wird, wenn ich kommenden Winter die Mütze tragen kann oder wenn ich dann im Winter gerne an die Zeit im Frühling zurück denke, als ich die Mütze gestrickt habe. Das finde ich toll.

Leider bleibt so ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Prozess und Endprodukt nicht immer bestehen – das Strickstück fängt an zu nerven. Jede Masche, jede Reihe, jede Zu- oder Abnahme, alles geht mir dann auf den Keks und ich will einfach nur noch das fertige Teil haben. Genau so geht es mir gerade mit Daybreak.

Daybreak ist ein tolles Tuch! Ich liebe ja halbrunde Schals und durch die Streifen kann man unendlich viele Farbkombinationen zusammenstellen, entweder mit einfarbiger Wolle oder Verlaufsgarnen oder einer Kombination aus beidem, auch in handgesponnener Wolle kommt das Tuch sehr gut – ihr seht, Daybreaks können süchtig machen.

Was nervt mich dann an dem Tuch? Ich kann es ganz genau benennen: Section 2, Row 3 (RS). In dieser Reihe werden die Zuahmen gemacht, die Daybreak die charakteristische Form geben. Dabei muss man darauf achten, in welche Richtung man die Zunahmen macht, wie man diese abstrickt und an welchem Marker man gerade ist. Man könnte meinen, nach einigen Wiederholungen wäre das kein Problem mehr. Nicht für mich. Ich klebe jedes Mal bei dieser Reihe an der Anleitung. In welche Richtung ging die Zunahme nun? Und muss ich dazu von vorne oder von hinten aufnehmen? Kommt jetzt noch eine links- oder  schon eine rechtsgerichtete Zunahme? Entspanntes Stricken sieht anders aus, die eine Reihe vermiest mir den ganzen Spaß am Projekt.