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Wie gekauft

Wir Handarbeitende lieben Handgemachtes mit dem typischen Charme des leicht Unperfektem. Für nicht-Stricker oder -Spinner scheint jedoch eines der größten Komplimente zu sein: „Sieht aus, wie gekauft.“ Wer hat es nicht schon mal gehört? „Was, die Jacke ist selbst gestrickt? Sieht ja aus, wie gekauft!“ „Das ist selbstgesponnene Wolle? Sieht aus wie aus dem Wollgeschäft!“ Auch, wenn es nicht mein Ziel ist, Dinge zu handarbeiten, die aussehen wie gekauft, so freue ich mich seltsamerweise doch, wenn mir ab und zu etwas derartiges gelingt.

Da mir die Farben dieses handgefärbten Polwarth-Kammzugs (von dibadu) so gut gefallen haben, wollte ich so viele Meter daraus herausspinnen, wie möglich. Herausgekommen sind tatsächlich 427,5 Meter – fast auf den Meter genau so viel, wie ein industriell hergestelltes Knäuel Sockenwolle! Dafür mussten die Singles ziemlich dünn sein.

Um die Farben nicht zu vermischen, habe ich die Singles mit der Navajo-Technik verzwirnt.

Beim Zwirnen habe ich nur sehr wenig Drall in das Garn laufen lassen. Dadurch ist die fertige Wolle fast perfekt ausgeglichen von der Spule gekommen. An manchen Stellen dröseln sich allerdings die für Navajo typischen „Schlaufen“ etwas auf – beim verstricken wird das allerdings wieder verschwinden.

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