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Ravellenic Games

Auch wenn es im Vorfeld jede Menge Ärger um die Ravellenic Games gab, die Wahl der Hauptsponsoren für die Spiele mehr als fragwürdig ist und die Londoner Bevölkerung nun zwei Wochen lang im Ausnahmezustand leben muss – ich freue mich trotzdem, dass Olympia endlich angefangen hat.
Für alle, die nicht wissen, um was es bei den Ravellenic Games geht: Im Prinzip setzt man sich ein bestimmtes stricktechnisches Ziel, das man innerhalb der Zeit, während derer die Olympiade stattfindet, erreichen muss. Ich habe mir vorgenommen, in diesen Tagen einen Hitchhiker aus selbstgesponnenem Garn zu stricken.

Angeschlagen habe ich den Schal regelkonform während der Eröffnungsfeier am Freitagabend. Überraschenderweise habe ich während der live-Übertragung ganze acht Zacken gestrickt, obwohl ich bei der genialen Show mehr zugeschaut als genadelt habe. Mein persönliches Highlight: Rowan Atkinson in seiner Paraderolle Mr. Bean als Keyboarder beim London Symphonic Orchestra!

Den Hitchhiker (das wird mein mittlerweile drittes Exemplar, eins selbstgestrickt und eins habe ich von meiner Mama geschenkt bekommen) werde ich etwas anders stricken als in der Anleitung beschrieben. Statt kraus rechts werde ich den Schal in glatt rechts mit einer linken Reihe pro Zacke stricken.

Dadurch rollt er sich nun etwas ein, aber ich denke, wenn ich den Schal gut spanne, bekomme ich den Stoff schon glatt.

Das Garn war mal ein Kammzug von Cloudlover mit dem Namen Haunted Vineyard. Das Spinnen hat Riesenspaß gemacht, nicht nur wegen der genialen Farben. Polwarth lässt sich einfach sehr schön verspinnen, für mich die perfekte Stapellänge. Mal sehen, wie groß ich den Hitchhiker bekomme, ich habe ja leider nur 100 Gramm, die Anleitung ist aber ausgelegt für einen 150 Gramm Meisenstrang.


Attraktiver Single-Strang sucht Sinn des Lebens

Ihr kennt das sicher: Ihr habt einen wunderschönen Strang Wolle, etwas ganz besonderes. Meistens handelt es sich dabei um „Souvenir-Garne“, Stränge, die man im Urlaub oder während eines Ausflugs gekauft hat. Meistens sind solche Stränge etwas hochpreisiger und meistens ist der Koffer schon so schwer, dass man mit Angst an den Moment der Gepäckaufgabe am Flughafen denkt – der Strang kommt also ganz alleine mit nach Hause, irgendwas wird sich schon daraus stricken lassen. Oder der Strang ist einfach ein Einzelstück, bedingt durch seine spezielle Färbung.

Ein wenig von allem trifft auf mein neuestes gesponnenes Garn zu:

Vor zwei Jahren habe ich bei der Knit Nation in London diesen tollen Kammzug gekauft, bestehend aus 70% hellbraunes Bluefaced Leicester und 30% Seide. Gefärbt hat dieses schöne Stück Juno.

Der Kammzug war ein Einzelstück, also keine Chance zu einem späteren Zeitpunkt nochmal Nachschub zu organisieren, wenn das gesponnene Garn beim Stricken tatsächlich knapp werden sollte. Insgesamt habe ich 360 Meter Garn herausgesponnen, etwas weniger Lauflänge als das handesübliche Sockenwoll-Knäuel industrieller Hersteller. Um die schönen Farbabschnitte zu beizubehalten, habe ich mit der Navajo-Technik gezwirnt.

Bleibt nur die Frage: Was damit stricken? Die geniale Pattern-Suche bei Ravelry ermöglicht es, Anleitungen speziell nach Lauflänge zu filtern. So habe ich einige schöne Projekte gefunden, für die das Garn reichen würde:

Weitere Tipps sind natürlich gerne willkommen 😉