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Immer schön den Überblick behalten

Wieder ein beschämendes Langzeitprojekt, das aus unerklärlichen Gründen einfach nicht fertig werden mag. Alyn, ein Pulli aus der Knitty, für den Mister. Gestartet im Februar *hust* 2012 *hust* habe ich phasenweise sehr konsequent daran gestrickt, um es dann phasenweise konsequent in der Ecke liegen zu lassen.
Da ich mich ja kenne, habe ich mich auf die längere Strickphase bereits am Anfang vorbereitet und die Anleitung entsprechend bearbeitet: die richtigen Größen umkringelt, umständlich ausgerechnete Maße aufgeschrieben, die Charts farblich kodiert, Musterwiederholungen dokumentiert. Nichts ist schlimmer, als nach drei Monaten Projekt-Abstinenz das Gestricksel hervor zu ziehen, das man nun hochmotiviert endlich fertig machen mag, nur um dann zu merken, dass man nicht weiß, wo in der Anleitung man war, wie es eigentlich weiter geht und was, verdammt nochmal, man sich eigentlich dabei gedacht hat, als man alles anders gemacht hat, wie es in der Anleitung steht.

Damit ich dabei über einen längeren Zeitraum den Überblick behalten kann, ist seit Weihnachten ein kleines Helferlein bei uns eingezogen: ein Orchesterständer. Steht schön stabil, sieht klasse aus und hält neben der Anleitung noch Platz für allen möglichen benötigten Krimskrams wie Schäfchen-Maßband, Buch-offen-halter, Lesezeichen und Nadelmesser bereit. So perfekt ausgestattet gibt’s kaum mehr eine Ausrede, jetzt nicht endlich mal den Turbo einzulegen. Bevor der Sommer sich doch noch entscheidet, uns einen Besuch abzustatten.


Whowblau

Mit einer für mich ungewöhnlichen Disziplin habe ich diese 570 Gramm Merino von Anfang April bis Mitte Mai versponnen. Dabei herausgekommen sind zirka 614 Meter zweifädiges Garn, ungefähr 8 wpi (wraps per inch).

Als ich den Kammzug gekauft habe, hätte ich nie gedacht, dass das fertige Garn eine dermaßen intensive Farbe hätte. Ich dachte, am Ende käme vielleicht eher etwas streifiges heraus, das den usprünglichen Fasern ähnlicher wäre:

Hier lagen die einzelnen Farben nebeneinander, das hat sich aber keineswegs auf das Versponnene übertragen, im Gegenteil, hier sind die Farben toll ineinander verlaufen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Spinnergebnis und schmiede schon Pläne, was daraus einmal werden soll. Sehr gerne hätte ich ja endlich mal eine Jacke aus Handgesponnenem. Vielleicht ein February Lady Sweater? Oder ein Shalom (den gibt’s auch auf Deutsch)? Sehr gut gefällt mir auch Amelia, aber ich glaube, dafür reicht das Garn nicht und bei der Jacke sollten die Ärmel schon lang sein. Mit Tappen Zee dürfte ich was die Lauflänge angeht wohl keine Probleme bekommen und könnte vielleicht sogar etwas längere Ärmel dranstricken. Hachja, die Qual der Wahl.


Sockenparade

Passend zum Beginn der nasskalten Jahreszeit werden bei mir gerade ein paar schöne neue Sockenpaare fertig.

Ein Paar „Brainless“ von Yarnissima (kostenlos bei Ravelry in Englisch und Deutsch erhältlich) in einer Färbung von meiner Frau Mama. Die Konstruktion der Socken ist einfach klasse: Wer wie ich an Fersen mit verkürzten Reihen leicht verzweifelt aber trotzdem gerne einmal ein Sockenpaar „von unten“ stricken mag, ist mit dieser Anleitung gut bedient. Allerdings sollte man hier schon die eine oder andere Socke gestrickt haben, sehr anfängertauglich sind „Brainless“ trotz der ausführlichen Anleitung nämlich nicht unbedingt.

Schon komplett fertig sind ein Paar „Sunday Swing“ Socken, ebenfalls aus einem Strang, den meine Mutter gefärbt hat.

Und dann ist noch ein Paar ganz normale Stinos fertig geworden, in einem Rödel-Garn. Die sind nicht unbedingt was Besonderes, allerdings habe ich sie während des schon gefühlte Ewigkeiten zurückliegenden Urlaubs angefangen. Aus dieser Zeit stammt auch das Foto, das zumindest auf den Computerbildschirm ein wenig Sonne bringt.


Unverhofft kommt oft

Eigentlich stand Urlaub in den eigenen vier Wänden auf dem Plan. Darauf hatte ich mich sehr gefreut, denn ich mag mein Zuhause und bin sehr gerne dort. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt und so verschlug es meinen lieben Mann dorthin zur Arbeit, wo andere Urlaub machen. Die Gelegenheit wurde natürlich genutzt, ich kam hinterher und nun verbringen wir einige Tage dort, wo es das beste Eis die Welt gibt, die Leute das Leben einen Gang langsamer angehen, jeder Zweite eine Vespa zu fahren scheint und Zebrastreifen überhaupt keine Bedeutung haben – in Bella Italia.

Entspannen, erholen, entschleunigen und die eigenen Batterien in der überraschend starken Sonne aufladen lassen – das geht hier wunderbar.

Zu einem Erholungsurlaub gehört für mich natürlich das Strickzeug. Neben der obligatorischen Flugzeug-Socke in glatt rechts habe ich noch was anderes dabei.

Diese seltsamen Gebilde werden (hoffentlich) mal eine Jacke, ein Mythos Cardigan um genau zu sein. Die Konstruktion ist recht interessant: Man beginnt mit dem Ärmel, nimmt dann für den unteren Teil Maschen an beiden Seiten auf (dann bekommt das Gestricksel große Ähnlichkeit mit einem String-Tanga für Sumoringer), formt anschließend mit verkürzten Reihen die Front und strickt zum Schluss noch ein wenig Rücken. Geblockt und an den richtigen Stellen zusammengenäht kommt am Ende eine Jacke dabei heraus. Ich muss zugeben, ich bin skeptisch, ob das Ding dann auch wirklich passt und nicht vollkommen schräg und unförmig an mir herum hängt. Da sich die Einzelteile recht schnell stricken lassen, werde ich das wohl bald herausfinden.


Lilalaminaria

Endgütig fertig ist er nun, der Laminaria.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, denn ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das Muster doch so sehr „aufgeht“ (meine heimliche Angst war, dass ich eine zu kleine Nadelstärke gewählt habe). Von der Wollmeisen-Farbe war ich zwar schon während dem Stricken begeistert, am fertigen Tuch kommt diese geniale Färbung aber besonders klasse raus.

Das fertige Tuch ist riesig geworden! Und das, obwohl ich doch relativ wenig Garn verbraucht habe.

Damit sich die Spitzen schön herausspannen lassen, habe ich mit einer 8mm-Nadel abgekettet. Ich muss zugeben, ich habe nicht ganz verstanden, wie man laut Anleitung abketten sollte, deshalb habe ich einfach dieselbe Technik angewendet, wie sonst auch (zwei Maschen rechts stricken, die beiden wieder zurück auf die linke Nadel und rechts verschränkt zusammen abstricken, dann wieder eine rechts und so weiter).

Hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise Lace-Garn, in der Farbe Petit Poison Nr. 5
  • Verbrauch: 172 Gramm
  • Nadelstärke: 3,5mm
  • Anleitung: Laminaria von Elizabeth Freeman, Knitty Spring 2008

Ab in’s Bad

Endlich ist Laminaria fertig geworden! Vor allem die letzten beiden Edging-Charts haben sich ewig gezogen … und haben gegen Ende auch ehrlich gesagt kaum mehr Spaß gemacht.

172 Gramm hat das Tuch benötigt, ich habe also noch knapp den halben Wollmeisen-Strang übrig! Gleich nach dem Abketten ist das unförmige Ding baden gegangen … und hat heftigst ausgeblutet!

Ist das normal? Haben Eure Wollmeisen auch so viel Farbe beim Waschen verloren?


Laminaria geht langsam in die Breite

Stressig war diese Woche, mit wenig Zeit fürs Stricken und noch weniger zum Bloggen. Mir kommt es so vor, als müssten nun die vielen feier- und brückentagsbedingten langen Wochenenden der letzten Zeit aufgeholt werden. Geht Euch das auch so?
Trotzdem habe ich abends die eine oder andere Reihe am Laminaria gestrickt. Ich bin nun bei der sechsten Wiederholung des Blossom Charts, es fehlen also noch zwei weitere. Mittlerweile werden die Reihen lang und das Seil ein wenig kurz.

Ich habe ja nun schon einige Tücher gespannt und weiss, wie wenig das Ergebnis mit dem zu tun hat, was während dem Stricken von den Nadeln hängt. Trotzdem habe ich wirklich Probleme damit, mir vorzustellen, wie aus diesem Kuddelwuddel ein filigranes Tuch werden soll.

So schön die Wollmeisen-Wolle auch ist, manchmal nervt sie schon. Ich habe mit diesem Lace-Strang ähnliche Erfahrungen gemacht wie Mascha: Der Faden splisst sehr leicht, man muss genau hinsehen, ob man auch alle Fädchen mitgestrickt hat.

Außerdem fehlt der Wolle die für Merino typische Weichheit. Was seltsam ist, denn meine beiden im letzten Jahr gekauften Lace-Stränge fühlen sich viel wolliger und weicher an. Wahrscheinlich wurde in der Zwischenzeit das Garn gewechselt oder etwas an der Behandlung verändert.