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Knit Nation, Knit Friends

Ja, ich war dort! Und es war klasse, einfach nur klasse. Aber eins vorweg: Ich habe kein einziges Bild gemacht. Die Digitalkamera lag auf dem Grund einer der letzten noch nicht ausgeräumten Umzugskisten – Ihr wisst ja, die Kisten, die bis zuletzt unausgeräumt bleiben, sind die schlimmsten. Und da ich am Abreisetag sowieso nicht viel Zeit hatte, habe ich lieber meinen Koffer gepackt und die Kamera Kamera sein lassen.

Zuerst dachte ich: Ich brauch eigentlich über garnix posten, wovon ich keine Bilder habe. Aber ein paar Dinge möchte ich Euch schon von diesem tollen Event erzählen und damit Ihr trotzdem einige Eindrücke bekommt, werde ich einfach zu den Leuten verlinken, deren Digitalkameras nicht zuhause in irgendwelchen Umzugskisten lagen.

Bei mascha gibt es eine ganz tolle Auswahl an Bildern von unserer Reise zu sehen. Mein ganz persönliches Highlight-Foto findet Ihr bei theresmiling. Entspanntes Stricken vorm Buckingham Palast, mit zuckrig-saurem Zitronenkuchen – so könnten Sonntage öfters aussehen! Bei Kaechele findet Ihr ein klasse Foto, das im St. James Park aufgenommen wurde. Wie Ihr seht: Der Sonntag nach Knit Nation war recht entspannt. Bevor unsere Gruppe sich im Vorgarten der Königin niedergelassen hat, stand das British Museum auf dem Plan. Seit ich den Podcast „A History of the World in 100 Objects“ gehört habe, wollte ich unbedingt dorthin. Und es hat sich gelohnt: Nicht nur haben wir unzählige der bis dahin 70 bekannten Objekte gesehen, die „hands on experience“, bei der wir 1,6 Millionen Jahre alte Steinwerkzeuge in den Händen halten konnten, war einfach unbeschreiblich! Wie das ganze Museum. Und das auch noch bei freiem Eintritt, da spendet man hinterher gerne einen kleinen Betrag.

Aber zur Knit Nation! Was soll ich sagen, Wolle, Wolle, Wolle, interessante Menschen, berühmte Menschen (zumindest in der Strickwelt), nette Menschen. Auf der Liste der Unterrichtenden standen große Namen wie Cookie A. und Anne Hanson (und jede Menge andere, die mir gerade nicht einfallen und die ich nicht nachschauen kann, da die offizielle Seite momentan down ist). Bei letzterer habe ich einen Kurs zu „Advanced Lace Knitting“ besucht. Das waren sehr aufschlussreiche drei Stunden, in denen ich endlich gelernt habe, eine Bordüre an ein Lace-Tuch anzustricken. Annes „swatch museum“ war der totale Hit: Maschenproben zu allen Tüchern, die sie veröffentlicht hat, teilweise eine Probe in unterschiedlichen Garnen. Interessant zu sehen, welchen Unterschied die Garnwahl bei einem Tuch macht!

Nach dem Kurs hat sich unsere Gruppe im Hof des Imperial College getroffen, um bei Kaffee und ein paar gemütlichen Strickrunden von den einzelnen Kursen zu berichten. Plötzlich – steht Anne Hanson bei uns. Ob sie Fotos machen darf von anitrams wunderbarer wollmeisenen Autumn Arbor Stole, die sie gestrickt hat. Bei näherem Hinsehen hat sie gemerkt, dass fast jeder an unserem Tisch ein Design von ihr um den Hals trägt und war dementsprechend begeistert (leider hat sie fälschlicherweise auf mein Ravelry-Profil verlinkt). Für alle Raveler: Tolle Bilder von dieser Fotosession findet Ihr auf anitrams Projektseite (die Fotos habe sogar ich aufgenommen – mit anitrams Kamera versteht sich, denn meine, Ihr wisst ja …).

Hunderte von Bildern von der Knit Nation findet Ihr in der Flickr Group. Wobei allein geschätzte 300 nur von einem Stand waren – dem Stand der Wollmeise. Die Meise ist nämlich samt Herrn Meise und den fleißigen Helferlein nach London gekommen und hat dort den schönsten und farbenfrohsten Stand gehabt. Zugegeben: Ich hab ihn mir nicht allzu genau angesehen. Klingt vielleicht nach Wollsnob, aber: wegen der Wollmeise bin ich nicht nach London gekommen. Ich liebe die Farben, ich liebe das Garn – aber ich habe glücklicherweise die Möglichkeit, ab und zu direkt in Pfaffenhofen im Shop einkaufen zu können. Tolle Storys von der Eröffnung des Wollmeisen-Stands und akustische Eindrücke von Knit Nation gibt es bei Electric Sheep zu hören.

Natürlich gab es noch andere Möglichkeiten, sein Geld los zu werden. Zum Beispiel bei Juno, bei der ich mich kreuz und quer durch den Stand hätte kaufen können (was ich auch gemacht habe. Also ein wenig).

Oder bei The Bothered Owl, die ihre selbstgenähten Project Bags und lustige Maschenmarkierer verkauft haben. Interessant auch der Stand von Wild Fibers Magazine, ein tolles Heft mit tollen Bildern und tollen Storys, das praktisch von einer Hand voll Leuten im Alleingang auf die Beine gestellt wird. Respekt!

Aber mindestens genauso toll wie Knit Nation selbst war die Tatsache, dort mit den Mädels aus der Ravelry-Gruppe zu sein. Es fasziniert mich immer wieder: Wir sind alle so verschiedene Menschen, mit unterschiedlichen Berufen, anderen Lebenssituationen. Und doch passen wir gut zusammen und harmonieren, was natürlich auch für die gilt, die nicht mit in London waren. Wahrscheinlich hätte ich keine einzige von ihnen kennengelernt, wenn ich nicht stricken würde. Und das wäre wirklich schade.

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Ein Besuch bei I Knit in London

Obwohl schon seit drei Tagen wieder zurück aus London schmerzen die Füße immer noch ein wenig und der Rücken hat sich auch noch nicht vom stundenlangen Herumschleppen von Koffer und Tasche erholt – Ihr seht: Es war kein Erholungsurlaub! Aber das war ja von Anfang an klar 🙂
Ich habe mich entschieden, die kurze Reise in zwei Blogeinträge aufzuteilen. In diesem werde ich Euch von meinem Besuch bei I Knit erzählen. Im nächsten Beitrag gibt’s dann nicht-strickiges zu sehen und zu lesen.

Auf meiner „Muss unbedingt gemacht werden“-Liste stand der Laden I Knit. Ich hatte schon so vieles von dem Laden gelesen, dass ich sehr gespannt war. Und es war wirklich interessant: Dort gab es einiges, das mir nur dem Namen nach bekannt war (Habu, Cherry Tree Hill, Araucania) und viele praktische Dinge, die zum Kauf verführten. Darunter: Wasserdichte Project Bags in verschiedenen Größen, jede Menge Strickzubehör, Pins und Anhängerchen in Wollknäuel- oder Schäfchenform. Außerdem jede Menge Bücher und Zeitschriften. Für die mitgeschleiften Nicht-Stricker gibt es ein bequemes Sofa, von dem aus der begeisterte Stricker beim Herumtänzeln vor den Regalen betrachtet werden kann.

Mir war ja bereits bekannt, dass unsere heimischen Industrie-Sockengarne im  Ausland sehr beliebt sind. Auch bei I Knit kann man für stolze 4 Pfund 50 Gramm Regia erstehen. Nicht schlecht gestaunt habe ich allerdings, als ich neben der Regia-Wolle doch tatsächlich eine Auswahl von Schoppel Zauberbällen entdeckt habe!

Cherry Tree Hill Lace

Das hier ist mein mitgebrachtes Schätzchen: Ein Merino Lace-Strang von Cherry Tree Hill in der Farbe Wild Cherry.  Stolze 2.200 Meter lang und knapp 230 Gramm schwer. Eine ganze Menge Garn!

Habt Ihr schonmal viereckige Stricknadeln gesehen? Ich jedenfalls nicht, deshalb musste ein viereckiges Nadelspiel, das ich dort entdeckt habe, auch unbedingt mitkommem.

Angeblich soll es sich mit diesen Nadeln von Kolláge angenehmer stricken lassen als mit normalen runden Exemplaren. Mir sind die Nadeln zuerst wegen ihres Gewichts aufgefallen. Denn obwohl sie aus Metall sind, sind sie wunderbar leicht, vergleichbar mit Holznadeln.

Einen weiteren Laden habe ich aus Zeitgründen leider nicht einschieben können. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben, London ist ja eine Stadt, die man immer und immer wieder besuchen kann!