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Fließender Uebergang

Nach langem Überlegen habe ich mich nun für eine bestimmte Art des Spinnens und Verzwirnens bei der bunten Samstagsfärberei entschieden. Damit die knalligen Farbkontraste bestehen bleiben, werde ich das Garn sehr dünn verspinnen und anschließend mit der Navajo-Technik zu einem dreifädigen Garn verzwirnen. Aufgrund meiner komischen Art, aus einem Kammzug zu spinnen besteht bei mir immer die Gefahr, dass ich die Farben allzu sehr miteinander vermische. Das Resultat ist dann in den meisten Fällen schlammfarbene Wolle. Deshalb muss ich etwas Vorarbeit leisten, damit die einzelnen Farbpartien schön getrennt voneinander auf die Spule kommen.

Zuerst teile ich die nächsten Abschnitte, die ich verspinnen mag, in Farbblöcke auf – Rot, Blaugrün und die Übergänge. Hier unterscheide ich zwischen Rot mit etwas Blaugrün und Blaugrün mit etwas Rot.

Mit etwas Zupfen kann man die einzelnen Partien schön aufteilen, anschließend werden diese in der passenden Reihenfolge versponnen. Möchte man noch fließendere Übergänge zwischen den einzelnen Farben haben, kann man die verschiedenfarbigen Fasern mit Handkarden zusammenkardieren … da ich jedoch über solch praktisches Zubehör (noch) nicht verfüge, muss ich einfach etwas mehr zupfen, vermischen und sortieren.

Von links nach rechts: Blaugrün, Blaugrün mit etwas Rot, Rot mit etwas Blaugrün, Rot

 


Samstagsfärbereien

Leuchtend, leuchtender, handgefärbt:

Diesen Superwash Merino Kammzug habe ich gestern mit Ashford-Farben gefärbt. Ich bin wirklich erstaunt, welche Leuchtkraft die Farben haben … und wie gut Fotos mit dem iPhone werden.

Unter Anleitung meiner Frau Mama habe ich mir viel Zeit beim Aufheizen der Fasern (in der Mikrowelle) und dem anschließenden Auskühlen gelassen. Die Geduld hat sich ausgezahlt, so brillante Farben habe ich noch nie gefärbt. Das wird auf jeden Fall ein Sockengarn, nur: zweifädig im „barber pole“ Look oder Navajo-verzwirnt, damit die Farben als Blöcke erhalten bleiben?

Etwas weniger knallig aber nicht weniger schön ist dieser Blue Faced Leicester Kammzug herausgekommen. Der schreit geradezu danach, ein Tuch zu werden.

Wie schön, dass bald die Tour de Fleece losgeht!


Whowblau

Mit einer für mich ungewöhnlichen Disziplin habe ich diese 570 Gramm Merino von Anfang April bis Mitte Mai versponnen. Dabei herausgekommen sind zirka 614 Meter zweifädiges Garn, ungefähr 8 wpi (wraps per inch).

Als ich den Kammzug gekauft habe, hätte ich nie gedacht, dass das fertige Garn eine dermaßen intensive Farbe hätte. Ich dachte, am Ende käme vielleicht eher etwas streifiges heraus, das den usprünglichen Fasern ähnlicher wäre:

Hier lagen die einzelnen Farben nebeneinander, das hat sich aber keineswegs auf das Versponnene übertragen, im Gegenteil, hier sind die Farben toll ineinander verlaufen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Spinnergebnis und schmiede schon Pläne, was daraus einmal werden soll. Sehr gerne hätte ich ja endlich mal eine Jacke aus Handgesponnenem. Vielleicht ein February Lady Sweater? Oder ein Shalom (den gibt’s auch auf Deutsch)? Sehr gut gefällt mir auch Amelia, aber ich glaube, dafür reicht das Garn nicht und bei der Jacke sollten die Ärmel schon lang sein. Mit Tappen Zee dürfte ich was die Lauflänge angeht wohl keine Probleme bekommen und könnte vielleicht sogar etwas längere Ärmel dranstricken. Hachja, die Qual der Wahl.


Versponnen, verzwirnt, gewickelt und gestrickt

Zu meiner Spinn-Erstausstattung hat noch ein weiterer Space-Kammzug gehört, ähnlich diesem hier, nur in pink-lila-orange-Pfirsich-Tönen. Ich war etwas skeptisch, ob mir die Farben gefallen würden, vor allem das Pfirsich ist eigentlich nicht so mein Fall. Der fertige Strang hat mich dann gelehrt: Lass Dich nie von den Farben im Kammzug täuschen! Durch das Zwirnen ergibt sich ein harmonisches Nebeneinander von Farben, die ich eigentlich garnicht zusammen hätte sehen wollen. Ich bin von dem Ergebnis der Spinnerei total begeistert.

Natürlich bin ich immernoch in der Lernphase, was das Spinnen angeht und lese viele hilfreiche Blogs und Ravelry-Foren. Dabei habe ich den Blog von Abby’s Yarns! gefunden – eine Fundgrube an Informationen, Tutorials und Bildern! Besonders geholfen hat mir ihr Artikel über das Zwirnen und die anschließende Behandlung des fertigen Strangs. Bislang dachte ich, die wunderbar geraden Fäden ohne Überdrehungen kämen bei den echten Spinnprofis genauso vom Rad. Nö, stimmt garnicht, einen Strang kann man gerade spannen wie ein Tuch! Das habe ich dann gleich probiert und es hat wunderbar geklappt.

Natürlich hatte ich absolut keine Geduld und musste den Strang kurz darauf anstricken. Da er 12 wpi dick ist, ist das Garn etwas dicker als handelsübliche Sockenwolle.

Ich habe nicht schlecht gestaunt, als sich ein Farbverlauf gebildet hat! Von dem regelmäßigen Maschenbild bin ich auch sehr begeistert.

Ich denke, das wird nicht mein letzter selbstgesponnener Strang Sockenwolle sein. Allerdings habe ich das Gefühl, die Wolle hat sich bei der Waschaktion ein wenig gefilzt (das Wasser war wohl zu warm), was wohl bedeutet, dass die Socken echte Sofasocken werden, die nicht übermäßig beansprucht werden mögen. Aber zum Glück gibt’s ja auch Kammzüge in Superwash Qualität 🙂