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Immer schön den Überblick behalten

Wieder ein beschämendes Langzeitprojekt, das aus unerklärlichen Gründen einfach nicht fertig werden mag. Alyn, ein Pulli aus der Knitty, für den Mister. Gestartet im Februar *hust* 2012 *hust* habe ich phasenweise sehr konsequent daran gestrickt, um es dann phasenweise konsequent in der Ecke liegen zu lassen.
Da ich mich ja kenne, habe ich mich auf die längere Strickphase bereits am Anfang vorbereitet und die Anleitung entsprechend bearbeitet: die richtigen Größen umkringelt, umständlich ausgerechnete Maße aufgeschrieben, die Charts farblich kodiert, Musterwiederholungen dokumentiert. Nichts ist schlimmer, als nach drei Monaten Projekt-Abstinenz das Gestricksel hervor zu ziehen, das man nun hochmotiviert endlich fertig machen mag, nur um dann zu merken, dass man nicht weiß, wo in der Anleitung man war, wie es eigentlich weiter geht und was, verdammt nochmal, man sich eigentlich dabei gedacht hat, als man alles anders gemacht hat, wie es in der Anleitung steht.

Damit ich dabei über einen längeren Zeitraum den Überblick behalten kann, ist seit Weihnachten ein kleines Helferlein bei uns eingezogen: ein Orchesterständer. Steht schön stabil, sieht klasse aus und hält neben der Anleitung noch Platz für allen möglichen benötigten Krimskrams wie Schäfchen-Maßband, Buch-offen-halter, Lesezeichen und Nadelmesser bereit. So perfekt ausgestattet gibt’s kaum mehr eine Ausrede, jetzt nicht endlich mal den Turbo einzulegen. Bevor der Sommer sich doch noch entscheidet, uns einen Besuch abzustatten.


Anleitung der Woche: paulie

Mein erster Eintrag in dieser brandneuen Blog-Kategorie gilt einem wie ich finde sehr gelungenem Design: paulie.

pauli von dem Blog "Grasflecken"

paulie ist eine relativ simple Raglan-Jacke, die mit schlichten aber schönen Details aufwartet. Der Stehkragen sorgt dafür, dass das der typische „Raglan-Look“ vermieden wird, ich denke, dadurch sitzt die Jacke auch etwas besser. Bei einer normalen Raglan-Konstruktion muss ich die Jacke immer erst etwas zurecht zuppeln, bevor sie da sitzt, wo sie sitzen soll.

Gestrickt wird paulie aus Garn in „fingering weight“ also Sockengarn-Stärke. Derzeit gibt es ja recht viele Anleitungen, die in dünnerem Garn gestrickt werden. Diese sind aber in den meisten Fällen entweder recht flatterig (Vitamin D, Daedalus) oder „cropped“ also ziemlich kurz und knapp (Audrey in Unst, Goodale). Deshalb freue ich mich umso mehr über diesen zur Abwechslung mal „klassischen“ Strickjacken-Schnitt. Die Anleitung ist wunderbar flexibel und wegen der Raglan-Konstruktion leicht an die eigene Größe anpassbar. Das macht sie in meinen Augen auch gut für Anfänger geeignet.

Sehr gut gefällt mir die Farbkombi Gelb-Grau – ich würde das Teil am liebsten sofort genauso nachstricken. Auf Ravelry gibt es allerdings schon eine interessante Abänderung der Originalanleitung: Eine Strickerin hat die Streifen durch linke Reihen ersetzt. Tolle Idee!

Vielen Dank, liebe isa k. für diese sehr schöne Anleitung!


Das Monogamie-Experiment

Ich wäre gerne eine von den Strickerinnen, die nur ein, maximal zwei Strickstücke auf den Nadeln haben. Beispielsweise eine Socke und einen Pulli. Diese beneidenswert willensstarken Personen bekommen auch schneller was fertig – nicht so wie meiner einer, der zig Sachen strickt und an nichts vorwärts kommt. Eigentlich habe ich damit auch kein großes Problem, Stricken ist schließlich mein Hobby und wenn es mich glücklich macht, zwei Cardigans, drei Socken und noch ein Tuch in der Mache zu haben, dann ist das nunmal so, auch, wenn alles dann etwas länger dauert. Trotzdem: In letzter Zeit entwickle ich mich ein wenig weg vom prozessorientierten Stricker hin zum ergebnisorientierten Stricker. Soll heissen: Ich mag mehr fertige Sachen, ich mag mehr warme Socken und mehr warme Jacken und Cardigans für das eklige Wetter da draussen. Also was tun? Ich habe mich zu einem Selbsttest in Strick-Monogamie entschieden.

Damit das Experiment noch tugendhafter wird, verstricke ich eine Wolle, die bereits seit drei Jahren in meinem Stash verweilt. Seitdem habe ich mehrere Projekte aus dem Garn angeschlagen und schlussendlich alles wieder verworfen. Bei der Wolle ist der Name Programm, sie ist sehr „rustikal“, manche Merino-Liebhaber mögen sagen „kratzig“. Da ich da aber nicht so empfindlich bin, ist das für mich okay.

Nun zum Projekt, klar, es musste ein Cardigan sein. Nach einigem Suchen auf Rvelry habe ich mich für Jade entschieden, eine schöne Raglan-Konstruktion mit Kapuze und netten Zöpfen an den Fronten und den Ärmeln.

Seit zwei Wochen stricke ich an dem Teil und habe bislang dem Sirenengesang anderer Strickprojekte kein Gehör geschenkt. Und, oh Wunder, ich komme voran, habe schon die Ärmel abgeteilt und bin nun am unteren Körper. Das Bild ist noch etwas älter – die derzeitigen Lichtverhältnisse lassen leider eine Foto-Session nicht so oft zu.


Wochenendstrickerei

Derzeit habe ich Unmengen von Lila in unterschiedlichen Schattierungen auf den Nadeln.

Das Garn habe ich vor zwei Jahren auf den Schäfertagen im Freilichtmuseum Beuren gekauft. Seitdem lag es im Stash und wurde vergessen – bis zum Umzug. Ich habe keine Ahnung, von welcher Schafsrasse es kommt, ich weiß nur, dass es pflanzengefärbt ist und verstrickt richtig schöne leichte Variationen hat.

Das Stricken vom Buttercup (Ravelry Link) ist gelinde gesagt etwas öde, deshalb aber perfekt für Stricktreffen oder ähnliche Gelegenheiten geeignet. Oder zum entspannen am Wochenende wenn „anstrengende“ Strickprojekte gerade einfach keinen Spaß machen.
Bei den Ärmeln bin ich etwas von der Anleitung angewichen. Die Puffärmelchen waren mich doch zu sehr mädchenhaft, deshalb habe ich normale Ärmel improvisiert und es scheint von der Maschenanzahl ganz gut hingehauen zu haben. Außerdem ist mir nicht klar, welchen Sinn ein Wollpulli mit kurzen Ärmeln hat. Wozu brauche ich ein wärmendes Oberteil, wenn ich an den Armen dann doch friere? Egal, das ist ja das Schöne am stricken, mann muss der Anleitung ja nicht sklavisch folgen. Und deshalb bekommt mein Buttercup lange Ärmel.


Es grünt so grün

Es ist zwar nicht (mehr) das richtige Wetter für einen warmen Wollpulli, aber da ich heute früh ein Fotoshooting mit Selbstauslöser gemacht habe, habe ich endlich vorzeigbare Bilder von dem Projekt. Fertig geworden ist der Cardigan irgendwann im März, nach einer für meine Verhältnisse sehr kurzen Strickzeit von nur knapp zwei Monaten.

Das Garn, Soft Shetland von Lang Yarns ist ein absoluter Traum. Sehr angenehm weich, tolle Farbe und auch nach einigen Trage-Einsätzen noch keine Anzeichen von unliebsamen pillen.

In die grünen Fasern sind ganz wenige goldene Fasern reinkardiert, was dem Garn einen schönen Effekt verleiht und das Gestrickte, auch wenns nur glatt rechts ist, richtig klasse aussehen lässt.

Ganz an die Anleitung habe ich mich nicht gehalten: Statt drei links zusammenzustricken habe ich ein einfaches Perlmuster gestrickt. Das ursprüngliche Muster sah mir zu „knubbelig“ und unruhig aus. Außerdem habe ich am Kragen, an den Ärmeln und am unteren Bund ein Rippenmuster statt kraus rechts eingebaut. Die Knöpfe kommen von Wolle Rödel.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Lang Yarns Soft Shetland
  • Verbrauch: ca. 8 Knäuel (400 Gramm)
  • Nadelstärke: 3,5 mm
  • Anleitung: Drops 113-14, kostenlos bei Garnstudio erhältlich


Neue Lieblingsjacke

Darf ich vorstellen? Meine neue Lieblingsjacke.

Vier Tage hat der Tweed-Cardigan zum trocknen gebraucht, trotz mehrerer Handtücher die ich zwischen Stoff und Spannmatte drapiert hatte! Kaum war die Jacke tragbar, musste ich sie natürlich sofort anprobieren – und habe sie seitdem fast immer an, wenn ich zuhause bin! Die Jacke ist genau so, wie ich sie haben wollte: schlicht, bequem, kein Schnickschnack. Und schön warm!

Das Grau des Tweed-Garns gefällt mir am fertigen Teil noch besser, als im Knäuel. Ich bin von der Wolle recht begeistert, mal sehen, wie es sich so verstrickt trägt.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wolle Rödel Tweed
  • Verbrauch: ca. 10 Knäuel (500 Gramm)
  • Nadelstärke: 4 mm
  • Anleitung: Einfacher RVO, habe keine spezielle Anleitung verwendet.

Tweed im Spätsommer

Nein, dieser Blog verschwindet nicht in der Versenkung, auch wenn es gerade mal wieder so aussieht. Aber ich habe in letzter Zeit meine Liebe zum Lesen und Büchern wieder entdeckt … und das braucht ja auch seine Zeit 🙂 Ich habe einen sehr interessanten Autor entdeckt und würde am liebsten alle seine Werke auf einmal und am besten gleichzeitig lesen.

Trotzdem stricke und spinne ich natürlich vor mich hin, soviel sich in meinen Feierabend hinein quetschen lässt. Diese Woche durfte / musste ich eine längere Zugfahrt unternehmen und habe meine Raglan-Jacke dazu auserkoren, mich zu begleiten. Jaja, ich hatte groß getönt, sie bis zum London-Besuch fertig zu haben. Da kam mir aber was dazwischen, was mich etwas vom Kurs und der Strickerei abgebracht hatte.

Extra für die Ärmel habe ich mir eine sehr kurze 4mm-Rundnadel zugelegt. Die Rumhantiererei mit dem Nadelspiel hat mich irre gemacht und ein längeres Seil zu nehmen, wo man einen Teil als Schlaufe heraus hängen lässt, ist irgendwie auch nicht so meins. Ich hoffe, ich bekomme die Jacke nun bis zum nächsten Urlaub Ende September fertig.