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Tausendschöne Socken

Das lange und größtenteils kühlgraue Pfingstwochenende hat sich ideal zum stricken geeignet, zumindest kam so etwas Farbe in den ansonsten drögen Frühling.

Die Honey Badger Socks sind fertig! Die Anleitung werde ich sicher nochmal verstricken, sie eignet sich klasse für handgefärbte oder anderweitig sehr bunte Wolle. Das Muster verliert sich nicht in den schnellen Farbwechseln und ist abwechslungsreich genug, um nicht langweilig zu sein. Die Tausendschön-Wolle aus dem tiefsten Stash war die Anleitung perfekt!

Ich habe genau nach Anleitung und damit mit insgesamt 60 Maschen gestrickt. So passt die Socke ganz gut, am Bein ist sie allerdings etwas eng – die übergezogenen Maschen nehmen dem Gestrickten ein wenig die Elastizität. Bei einem Nachfolgepaar werde ich deshalb den ersten Teil mit etwas größeren Nadeln stricken.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Tausendschöns Wilder Kerl für den Monat Juni 2010
  • Verbrauch: 65 Gramm
  • Größe: 60 Maschen
  • Nadelstärke: 2 mm
  • Anleitung: Honey Badger Socks, kostenlos bei Ravelry erhältlich

Anleitung der Woche: Black Death Shawl

Wenn ihr den sehr empfehlenswerten Podcast Electric Sheep kennt, dann kennt ihr sicher auch seine Moderatorin Hoxton. Diese hat nun ihre erste Anleitung veröffentlicht: Black Death Shawl, eine schlichte und schöne Anleitung für ein Lace-Tuch in zwei Größen (hier gibt es weitere Fotos). Der etwas dramatische Name rührt daher, dass Hoxton das Tuch entworfen hat, als sie von einer ziemlich fiesen Infektionserkrankung heimgesucht wurde.

Copyright: Hoxton Handmade

Copyright: Hoxton Handmade

Ihr bekommt die Anleitung kostenlos bei Ravelry.


Einfach geradeaus

Manchmal darf es kein Lace, keine Muster in der Socke, keine Zöpfe sein – dann mag man einfach nur unkompliziert vor sich hin stricken. Dafür ist das Tuch 22 Little Clouds von Martina Behm geradezu wie geschaffen. Aus diesem Grund begleitet es mich derzeit überall dahin, wo entweder mit Warterei zu rechnen ist oder wo sich gesprächsfreudige Strickerinnen treffen.

Das Garn ist 100% Falkland-Wolle, selbst gefärbt und selbst gesponnen.

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Zum ersten Mal habe ich nicht meine gewöhnliche Spinntechnik (den kurzen Auszug) sondern den langen Auszug angewendet, der ein fluffigeres und elastischeres Garn produziert (im Englischen „woolen spun“ genannt, keine Ahnung, ob es dafür einen deutschen Begriff gibt?). Zwar sind die gesponnenen Singles etwas ungleichmäßiger, nach dem Verzwirnen fallen die unterschiedlich dicken und dünnen Stellen jedoch kaum mehr auf. Gelernt habe ich diese Technik dank einer DVD bzw. einem Video-Download von Interweave Press: „Drafting – The Long and Short of it with Abby Franquemont“. Wie der lange Auszug aussieht, kann man sehr gut in diesem kurzen YouTube-Trailer für das Video sehen:

Das komplette Video dauert mehr als eine Stunde, in der man wirklich viel lernen kann. Ich habe bislang einfach irgendwie gesponnen, nun ist mir klar, was ich mit welcher Technik aus welcher Faser herausholen kann.

Und wieder mal muss ich sagen: Selbstgesponnenes Garn zu verstricken macht viel viel mehr Freude, als mit gekaufter Wolle zu arbeiten!


Strickst du schon oder übersetzt du noch?

Öfters schaue ich mal, durch welche Suchbegriffe die Leser auf meinen Blog verwiesen werden. Auffallend häufig ist zu verzeichnen, dass gezielt nach deutschsprachigen Anleitungen, oftmals in Kombination mit dem Begriff „ravelry“, gesucht wird. Für all jene möchte ich an dieser Stelle eine kurze Anleitung geben, wie man unkompliziert in ravelry selbst nach deutschen Anleitungen sucht, ohne den Umweg über eine Suchmaschine und diverse Blogs zu gehen.

Klickt auf der Startseite von ravelry oben links „Patterns“ an.

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Ihr gelangt in den Bereich für sämtliche auf ravelry angelegten Anleitungen. Von dort geht es weiter zu der Suche: „pattern browser and advanced search“:

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Auf der folgenden Seite habt ihr unendlich viele Möglichkeiten, genau den Typ Anleitung zu finden, den ihr sucht. Unter „Availability“ könnt ihr kostenlose Anleitungen auswählen, unter „Category“ den Typ (Tuch, Schal, Rundschal, Pulli, Jacke, Mantel, Socke, ….), unter „Attributes“ könnt ihr euch sogar aussuchen, ob ihr nur Socken angezeigt bekommen wollt, die von der Spitze aus gestrickt werden oder ausschließlich Tücher, die halbmondförmig sind. Auch, wenn ihr euch mit der englischen Sprache etwas schwer tut – es lohnt sich wirklich, sich in die Strickbegriffe etwas reinzufuchsen, um diese Suchfunktion richtig nutzen zu können.
Wenn ihr auf dieser Seite ziemlich weit nach unten scrollt, könnt ihr die Datenbank gezielt nach deutschsprachigen Anleitungen filtern:

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Ihr seht, knapp 21.000 deutschsprachige Muster sind auf ravelry angelegt – ganz schön viele!

Und trotzdem ist nur ein verhältnismäßig kleiner Teil übersetzt worden oder gleich in deutscher Sprache erschienen, denn immerhin umfasst die ravelry-Datenbank derzeit mehr als 360.000 Anleitungen! Tolle Anleitungen zum Beispiel aus der Twist Collective oder die Serie Wool People von brooklyntweed erscheinen ausschließlich in englischer Sprache. Wer also auch solche Anleitungen stricken mag, kommt nicht umhin, sich etwas mit der englischen Sprache und den speziellen Strickbegriffen zu beschäftigen … und sich damit unter Umständen gleich auf doppeltes Neuland zu begeben, was natürlich auf den ersten Blick etwas abschrecken kann. Lasst euch aber gesagt sein: es ist machbar, auch ohne Studienabschluss in Anglistik oder gar Abitur. Einige Sprachkenntnisse sollte man zwar haben, da Anleitungen aber meistens einem bestimmten Schema folgen, bekommt man hier schnell einen Durchblick. Bei der „Strick-Fachsprache“ ist diese tolle Liste vom Stricknetz eine praktische Hilfe.
Traut euch einfach! 🙂


Tiefstashtauchgang

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Seit Juli 2010 lagert dieser tolle Strang in meinem Stash: Ein „Wilder Kerl“ von Tausendschön, ein tolles Geburtstagsgeschenk von meinen Eltern, über das ich mich wahnsinnig gefreut habe und immernoch freue. Für so ein Geschenke-Garn mag man natürlich das perfekte Projekt finden. In den vergangenen fast drei Jahren habe ich verschiedene Socken-Anleitungen damit ausprobiert, aber nie war eine „gut genug“ für das Schätzchen, sämtliche Versuche wurden geribbelt und die Wolle verschwand stets wieder in den Untiefen des Stashs.

Um meinem eigenen Vorsatz zu folgen, habe ich mich gleich nachdem die Treppensocken fertig waren nochmals auf die Suche begeben und Ravelry nach Sockenmustern für den wilden Kerl durchkämmt. Dieses Mal bin ich tatsächlich fündig geworden, dieses Muster sollte es ohne Zweifel werden: Honey Badger von Irish Girlie Knits Designs (kostenlos bei Ravelry erhältlich).

Da das Garn wirklich sehr wild ist, wollte ich zwar eine gemusterte Socke, aber auf die schöne glatte Oberfläche von glatt rechten Maschen wollte ich doch nicht verzichten. Diese Anleitung ist ein toller Kompromiss!

Die Farben sind wirklich der Hammer, das Orange leuchtet selbst bei trübem Licht und macht müde Augen richtig munter. So macht Socken stricken richtig Spaß!


Anleitung der Woche: Sunny Days Shawlette

Copyright: Nurturing Fibres / Carle Dehning

Copyright: Nurturing Fibres / Carlé Dehning

Die Sunny Days Shawlette ist sehr gut für Anfänger geeignet, die erstmal schauen möchten, ob das mit dem Tücher stricken und Tücher tragen wirklich ihr Ding ist. Die vielen vielen Reihen glatt rechts sind zwar nicht gerade aufregend, lassen sich aber gut nebenbei stricken während im Fernsehen ein guter Film läuft. 
Aus dem Tuch kann man wirklich viel herausholen: In der zweifarbigen Variante kann es sowohl schreiend bunt als auch gedeckt und bürotauglich sein (mir juckt es ja etwas in den Fingern, eine Variante in einer der Hogwarts-Hausfarben zu stricken!), wer nicht gerne mit zwei Garnen arbeitet, kann auch eine einfarbige Variante machen. 

Das Tuch gibt es derzeit kostenlos auf Ravelry, allerdings nur bis Ende Mai! Bitte beachtet die Info auf der Ravelry Pattern-Seite, um herauszufinden, wie ihr den Gutschein-Code einlöst, um die Anleitung kostenlos zu erhalten.
Entworfen hat die Anleitung Carlé Dehning von Nurturing Fibres aus Südafrika. Auf ihrem Blog und in ihrer Ravelry-Gruppe veranstaltet sie gerade einen Knitalong für die Sunny Days Shawlette.

 

 


Linke Socke, rechte Socke, egale Socke

Das mit dem Links und dem Rechts war noch nie meine Stärke. Ich kann problemlos sagen „da vorne müssen wir links abbiegen“ aber eigentlich rechts meinen. Eigentlich gibt es für mich „Links“, „das andere Links“ oder je nach Situation „Rechts“ und „das andere Rechts“ – kein Wunder also, dass sich das manchmal auch aufs Stricken auswirkt.

treppenviertel

Wie so viele andere habe ich die interessanten Socken Treppenviertel gestrickt. Nach einigen Startschwierigkeiten (die auch mit links, rechts und räumlichem Denken zu tun hatten, zum Glück war ich damit nicht allein!) habe ich fröhlich vor mich hin gestrickt. Zuerst die linke, dann die rechte Socke … dachte ich. Bei der ersten Anprobe nach dem Abketten der zweiten Socke fiel mir auf: beide Socken sind identisch. Ich habe keine Ahnung, wie ich das hinbekommen habe, denn eigentlich ist klar, wie die seitenverkehrten Teile gestrickt werden müssen und ich habe bei der zweiten Socke extra darauf geachtet, die halbe Reihe extra zu stricken, bevor ich die Ferse beginne.
Oder doch nicht?
Ach egal, anziehen kann ich die Socken schließlich auch so.

treppenviertel2

Durch die Rippen haben die Socken eine ziemlich lustige (Un)Form und sehen ohne Fuß, der sie ausfüllt, recht komisch aus. Dadurch passen sie sich aber auch, ähnlich wie die etwas älteren Mojos, super dem Fuß an. Insbesondere in der Länge darf man sich von der Ziehharmonika-Form nicht täuschen lassen – das Gestrickte gibt enorm nach.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Weiß ich leider nicht mehr – ich glaube, etwas von Schoeller + Stahl in der üblichen 75/25-Zusammensetzung.
  • Verbrauch: zirka 2/3 des Knäuels
  • Größe: M, allerdings habe ich zehn zusätzliche Reihen gestrickt, bevor ich mit den „Ecken“ begonnen habe. Der Schaft war mir sonst etwas zu kurz.
  • Nadelstärke: 2 mm
  • Anleitung: Treppenviertel von Nicola Susen, für 2,50€ bei Ravelry erhältlich (deutsch und englisch)