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Tiefstashtauchgang

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Seit Juli 2010 lagert dieser tolle Strang in meinem Stash: Ein „Wilder Kerl“ von Tausendschön, ein tolles Geburtstagsgeschenk von meinen Eltern, über das ich mich wahnsinnig gefreut habe und immernoch freue. Für so ein Geschenke-Garn mag man natürlich das perfekte Projekt finden. In den vergangenen fast drei Jahren habe ich verschiedene Socken-Anleitungen damit ausprobiert, aber nie war eine „gut genug“ für das Schätzchen, sämtliche Versuche wurden geribbelt und die Wolle verschwand stets wieder in den Untiefen des Stashs.

Um meinem eigenen Vorsatz zu folgen, habe ich mich gleich nachdem die Treppensocken fertig waren nochmals auf die Suche begeben und Ravelry nach Sockenmustern für den wilden Kerl durchkämmt. Dieses Mal bin ich tatsächlich fündig geworden, dieses Muster sollte es ohne Zweifel werden: Honey Badger von Irish Girlie Knits Designs (kostenlos bei Ravelry erhältlich).

Da das Garn wirklich sehr wild ist, wollte ich zwar eine gemusterte Socke, aber auf die schöne glatte Oberfläche von glatt rechten Maschen wollte ich doch nicht verzichten. Diese Anleitung ist ein toller Kompromiss!

Die Farben sind wirklich der Hammer, das Orange leuchtet selbst bei trübem Licht und macht müde Augen richtig munter. So macht Socken stricken richtig Spaß!


Linke Socke, rechte Socke, egale Socke

Das mit dem Links und dem Rechts war noch nie meine Stärke. Ich kann problemlos sagen „da vorne müssen wir links abbiegen“ aber eigentlich rechts meinen. Eigentlich gibt es für mich „Links“, „das andere Links“ oder je nach Situation „Rechts“ und „das andere Rechts“ – kein Wunder also, dass sich das manchmal auch aufs Stricken auswirkt.

treppenviertel

Wie so viele andere habe ich die interessanten Socken Treppenviertel gestrickt. Nach einigen Startschwierigkeiten (die auch mit links, rechts und räumlichem Denken zu tun hatten, zum Glück war ich damit nicht allein!) habe ich fröhlich vor mich hin gestrickt. Zuerst die linke, dann die rechte Socke … dachte ich. Bei der ersten Anprobe nach dem Abketten der zweiten Socke fiel mir auf: beide Socken sind identisch. Ich habe keine Ahnung, wie ich das hinbekommen habe, denn eigentlich ist klar, wie die seitenverkehrten Teile gestrickt werden müssen und ich habe bei der zweiten Socke extra darauf geachtet, die halbe Reihe extra zu stricken, bevor ich die Ferse beginne.
Oder doch nicht?
Ach egal, anziehen kann ich die Socken schließlich auch so.

treppenviertel2

Durch die Rippen haben die Socken eine ziemlich lustige (Un)Form und sehen ohne Fuß, der sie ausfüllt, recht komisch aus. Dadurch passen sie sich aber auch, ähnlich wie die etwas älteren Mojos, super dem Fuß an. Insbesondere in der Länge darf man sich von der Ziehharmonika-Form nicht täuschen lassen – das Gestrickte gibt enorm nach.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Weiß ich leider nicht mehr – ich glaube, etwas von Schoeller + Stahl in der üblichen 75/25-Zusammensetzung.
  • Verbrauch: zirka 2/3 des Knäuels
  • Größe: M, allerdings habe ich zehn zusätzliche Reihen gestrickt, bevor ich mit den „Ecken“ begonnen habe. Der Schaft war mir sonst etwas zu kurz.
  • Nadelstärke: 2 mm
  • Anleitung: Treppenviertel von Nicola Susen, für 2,50€ bei Ravelry erhältlich (deutsch und englisch)

Klassiker

Es gibt Anleitungen, die waren noch lange bevor es Ravelry und die dortige Filterfunktion „hot right now“ gab echte Massenphänomene. Dazu gehören die Monkey Socken, der Clapotis oder der Cobblestone Pullover – alles wie ich finde, echte Klassiker. Einen weiteren Klassiker, der in dieser Aufzählung nicht fehlen darf, habe ich aus einem Knäuel Regia Design Line Garden Effects gestrickt: ein Paar Jaywalker.

Mir fallen viele Gründe ein, warum dieses Muster so beliebt ist. Es ist leicht zu merken, geeignet für viele Färbungen, sieht interessant aus und erfordert nicht zuviel Aufmerksamkeit. Tatsächlich waren Jaywalkers mein erster Versuch, Socken jenseits von glatt rechts zu stricken. Deshalb ist das Muster für mich ein ganz persönlicher Klassiker, den ich auch immer wieder gerne auf die Nadeln nehme.

Was sind eure Klassiker?


Muss man alles können?

Ich präsentiere: mein kläglicher Versuch, das Fair Isle stricken zu lernen – bzw. das, was davon übrig ist. Ich hab’s wirklich mit aller Ernsthaftigkeit versucht: Angefixt von tollen Anleitungen wie Liseron, Pisqu, Royal Garden oder Royal Bloodline habe ich mich vergangenes Wochenende hingesetzt und frei nach dem Motto „learning by doing“ einfach mal losgelegt. Ok, einfach losgelegt ist übertrieben, ich habe zuvor schon einige Recherchen betrieben. Beispielsweise habe ich mir das sehr hilfreiche und informative Video zum Fair Isle Stricken von Ingrid angeschaut. Auch knittinghelp.com hat zu diesem Thema ein gutes Video-Tutorial.

Und trotzdem: Egal, ob zwei Fäden in einer Hand, ob mit oder ohne speziellem Fingerhut oder ein Faden links und einer rechts – es war ein Krampf. Ich sehe ja ein, dass man neue Techniken nicht einfach so von jetzt auf gleich lernt und perfekt meistert. Ich finde auch, dass man stets seinen Horizont erweitern soll, auch im Rahmen des eigenen Hobbys. Aber wenn ich in meiner begrenzten Freizeit frustriert mit zwei Fäden kämpfe und sich nach einem halben Tag Gekrampfe noch kein Erfolgserlebnis abzeichnet, ziehe ich mich wirklich lieber in meine Komfortzone zurück, stricke an meinem Nuvem oder einem schönen Lace-Tuch und lasse Fair Isle Socke Fair Isle Socke sein. Mein Hobby soll mich in erster Linie erfreuen und entspannen, Leistungsdruck und Frust habe ich im Alltag schon genug. Trotzdem frage ich mich, ob ich zu schnell aufgebe? Wie lange arbeitet ihr an euch und euren Fähigkeiten, wenn es um euer Hobby geht, wieviel Ehrgeiz, euch weiterzuentwickeln habt ihr? Und: Muss man als guter Stricker wirklich alles können?


Verzopft und zugenäht

Fertig verzopft und an der Spitze zugenäht habe ich nun endlich meine Paraphernalia Socken. Die recht aufwendige Verknotung hat mich anfangs etwas eingeschüchtert, aber eigentlich ist sie ganz logisch und intuitiv, sodass sie recht bald ohne ständiges auf-die-Anleitung-schauen gestrickt werden kann.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Lana Grossa Meilenweit 100 Tweed
  • Verbrauch: Fast 90 Gramm – ziemlich viel für ein Paar Füße Größe 37
  • Nadelstärke: 2mm
  • Anleitung: Paraphernalia (Ravelry Link) von Taina Anttila

Loblied auf die Wollsocke

Mein normales Schuhwerk muss ich für die nächsten Tage gegen einen flachen Treter links und einen Hausschuh rechts tauschen. Ich habe mir eine Bänderdehnung zugezogen (nein, nicht durch einen aufregenden Unfall bei einem exotischen Extremsport, eine eher peinliche Begebenheit im Haushalt war der Auslöser) und komme dank Stützverband in kaum einen anderen Schuh hinein.

Das einzig Gute daran: Ich habe schöne Wollsocken und muss keine geschmacklich fragwürdigen Tennis-Socken oder ähnliches in meinen Hausschuh anziehen und mich damit in die Öffentlichkeit begeben. Die Selbstgestrickten sehen nicht nur schön aus, sie vergeben auch das Dehnen über den derzeitigen Elefantenfuß und halten obendrein noch warm.


Sockenparade

Passend zum Beginn der nasskalten Jahreszeit werden bei mir gerade ein paar schöne neue Sockenpaare fertig.

Ein Paar „Brainless“ von Yarnissima (kostenlos bei Ravelry in Englisch und Deutsch erhältlich) in einer Färbung von meiner Frau Mama. Die Konstruktion der Socken ist einfach klasse: Wer wie ich an Fersen mit verkürzten Reihen leicht verzweifelt aber trotzdem gerne einmal ein Sockenpaar „von unten“ stricken mag, ist mit dieser Anleitung gut bedient. Allerdings sollte man hier schon die eine oder andere Socke gestrickt haben, sehr anfängertauglich sind „Brainless“ trotz der ausführlichen Anleitung nämlich nicht unbedingt.

Schon komplett fertig sind ein Paar „Sunday Swing“ Socken, ebenfalls aus einem Strang, den meine Mutter gefärbt hat.

Und dann ist noch ein Paar ganz normale Stinos fertig geworden, in einem Rödel-Garn. Die sind nicht unbedingt was Besonderes, allerdings habe ich sie während des schon gefühlte Ewigkeiten zurückliegenden Urlaubs angefangen. Aus dieser Zeit stammt auch das Foto, das zumindest auf den Computerbildschirm ein wenig Sonne bringt.