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Anleitung der Woche: Tibetan Clouds Beaded Stole

Lacestricker aufgepasst: dieses Meisterwerk von Sivia Harding, das ursprünglich in dem ebenso meisterhaften Knitters Book of Wool erschienen ist, gibt es auf dem Internetportal womansday.com kostenlos:

Copyright: Sivia Harding / http://www.womansday.com

Die Stola wird aus der Mitte heraus gestrickt, ist man über diese hinaus, strickt man die langen Teile links und rechts separat voneinander. Wie der Name schon sagt, können diejenigen, die von dem zugegeben recht anspruchsvollen Muster noch nicht ausreichend geforderd sind,  noch Perlchen einstricken.

Sivia Harding ist wirklich ein Lace-Genie, wie dieses Design wieder deutlich macht! Wer ihre tollen Entwürfe noch nicht kennt: Bei Ravelry gibt es einen guten  Überblick und natürlich hat sie auch eine eigene Homepage.

 

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977 matches

Vor kurzem habe ich mich mal wieder auf ravelry herumgetrieben und wollte meine Queue, also die Liste von allen Strickanleitungen, die ich gerne mal stricken möchte, anschauen. Ich war leicht geschockt, als ich rechts oben im Bildschirm gelesen habe:

Was?! 977 Anleitungen mag ich tatsächlich irgendwann einmal gestrickt haben? Ist das mein Ernst?
Diese erschreckende Zahl setzt sich im Detail zusammen aus: 228 Pullis oder Jacken, 257 Socken, 306 Tüchern oder Schals und einigem Kleinkram wie Handstulpen, Mützen, putzigen Tieren oder kleinen Aliens.

Ernsthaft – ich werde doch nie im Leben mehr als zweihundert Strickjacken benötigen. Überlegt mal, wieviel Platz die Teile bräuchten. Davon mal abgesehen kann niemand außerhalb der Antarktis einen so hohen Bedarf an gestrickten Oberteilen haben, es sei denn, die drohende neue Eiszeit tritt doch ein. Hätte ich mehr als dreihundert Tücher, könnte ich fast jeden Tag des Jahres ein anderes tragen, was für ein Wahnsinn! Außerdem hätte ich für jeden Tag, an dem man tatsächlich temperaturbedingt Socken tragen muss, ein Kontingent von Wollsocken (die restlichen Tage wäre Sandalen- und Ballerina-Zeit). Ich mag garnicht überlegen, wie lange ich stricken müsste, um die teilweise doch recht aufwendigen Projekte alle zu nadeln.

Okay, ich füge Anleitungen recht leichtfertig meiner Queue hinzu. Was mir gefällt, was ich tragen oder haben möchte kommt auf die Liste. Außerdem freue ich mich jedes Mal, wenn ich etwas meiner Queue hinzugefügt habe. Hier kommt das Jäger- und Sammler-Prinzip zum tragen: Ähnlich wie bei Pinterest füge ich bei ravelry Dinge, die ich gut finde oder haben mag, einfach der Liste hinzu – ob ich Strickjacke Nummer 164 dann auch tatsächlich ernsthaft haben möchte, spielt eigentlich gar keine Rolle, im Vordergrund steht die Freude, eine weitere tolle (vielleicht sogar kostenlose) Anleitung entdeckt zu haben.

Ich muss allerdings zugeben, dass mich diese große Auswahl an quasi sofort verfügbaren Strickmustern in letzter Zeit etwas unter Druck setzt. Stets denke ich mir: Mag ich das jetzt wirklich stricken? Finde ich nicht noch was besseres, was schöneres? Passt die ausgewählte Anleitung tatsächlich zu meinem Garn? Egal, ich strick’s mal an, wenn es nach ein paar Reihen doof aussieht, mache ich eben doch etwas anderes daraus. Aber was? … Und so kommt es, dass ich viel zu viele angestrickte Dinge hier herumliegen habe.
Ich bin mir sicher, liebe ravelry-User, ihr kennt diese Gedankengänge. Ja, dabei handelt es sich um ein Luxusproblem, ein Problem ist es aber irgendwie trotzdem. Denn das eigene Hobby sollte meiner Meinung nach nicht so erfolgs- und ertragsorientiert sein, sollte uns nicht zweifeln lassen, ob wir unsere Zeit gerade wirklich für das bestmögliche Projekt nutzen.

Wahrscheinlich muss ich einfach lernen, mit der großen Auswahl an Möglichkeiten umzugehen – und einfach das zu stricken, was sich richtig anfühlt. Ganz langsam, Masche für Masche.


Anleitung der Woche: paulie

Mein erster Eintrag in dieser brandneuen Blog-Kategorie gilt einem wie ich finde sehr gelungenem Design: paulie.

pauli von dem Blog "Grasflecken"

paulie ist eine relativ simple Raglan-Jacke, die mit schlichten aber schönen Details aufwartet. Der Stehkragen sorgt dafür, dass das der typische „Raglan-Look“ vermieden wird, ich denke, dadurch sitzt die Jacke auch etwas besser. Bei einer normalen Raglan-Konstruktion muss ich die Jacke immer erst etwas zurecht zuppeln, bevor sie da sitzt, wo sie sitzen soll.

Gestrickt wird paulie aus Garn in „fingering weight“ also Sockengarn-Stärke. Derzeit gibt es ja recht viele Anleitungen, die in dünnerem Garn gestrickt werden. Diese sind aber in den meisten Fällen entweder recht flatterig (Vitamin D, Daedalus) oder „cropped“ also ziemlich kurz und knapp (Audrey in Unst, Goodale). Deshalb freue ich mich umso mehr über diesen zur Abwechslung mal „klassischen“ Strickjacken-Schnitt. Die Anleitung ist wunderbar flexibel und wegen der Raglan-Konstruktion leicht an die eigene Größe anpassbar. Das macht sie in meinen Augen auch gut für Anfänger geeignet.

Sehr gut gefällt mir die Farbkombi Gelb-Grau – ich würde das Teil am liebsten sofort genauso nachstricken. Auf Ravelry gibt es allerdings schon eine interessante Abänderung der Originalanleitung: Eine Strickerin hat die Streifen durch linke Reihen ersetzt. Tolle Idee!

Vielen Dank, liebe isa k. für diese sehr schöne Anleitung!


Das Schöne am Einfachen

Manchmal muss es etwas Einfaches, Simples und dennoch Schönes sein.

Traveling Woman ist genau das: Wegen des simplen Musters ist das Tuch perfekt für Stricktreffen, spannende Hörbücher oder den sonntäglichen Tatort geeignet (sei es, weil dieser so interessant ist, dass man unbedingt alles mitbekommen mag, oder weil man wegen der andauernden Ödnis mancher Ermittlerpaare seine Aufmerksamkeit doch lieber der Strickerei schenkt).

Durch die halbrunde Form lässt sich das Tuch gut tragen, verrutscht nicht von den Schultern und hat keinen unschönen Zipfel, der entweder den Rücken herunter hängt oder vor der Brust wie ein Lätzchen wirkt (diese Gefahr besteht irgendwie immer bei normalförmigen Dreieckstüchern).


Ein derart schlichtes Muster verträgt Farbe – und wo gibt es mehr davon als in den Garnen der Wollmeise?

Diesen speziellen Strang hatte ich schon eine Weile im Stash, glücklich ergattert im Online-Shop, als an einen unvirtuellen Laden noch nicht zu denken war.
Das Tuch ist wahnsinnig groß geworden, nicht zuletzt, weil ich sprichwörtlich bis zu den letzten Metern alles verarbeitet habe. Aber es macht mir auch mal wieder klar: Wollmeisengarn ist auf den ersten Blick zwar nicht gerade günstig, aber trotzdem sein Geld wert. Nicht nur wegen der tollen Farben und der guten Garnqualität, sondern weil ein Strang immerhin ganze 520 Meter lang ist und man daraus eine Menge machen kann.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise 100% Sockenwolle, Farbe: Indisch Rot
  • Verbrauch: Alles bis auf drei Meter!
  • Nadelstärke: 3,5mm
  • Anleitung: Traveling Woman von Liz Abinante, erhältlich als kostenlose Anleitung oder als kostenpflichtiges E-Book mit weiteren Variationen der ursprünglichen Anleitung

Huch … !

Die kleine reisende Dame hat heimlich still und leise eine beachtliche Größe entwickelt: 1,70 Meter Spannweite in der Breite!

Da bin ich jetzt schon sehr überrascht, eigentlich sollte das ein etwas kleineres Tuch werden. Aber na gut!
Ich muss zugeben, ein wenig erinnert mich die Form an eine Fledermaus.
Schöne Bilder im Tageslicht gibt es, sobald sich Bat Woman und Wetter gleichzeitig von ihrer trockenen Seite zeigen.


Lilalaminaria

Endgütig fertig ist er nun, der Laminaria.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, denn ich hätte wirklich nicht gedacht, dass das Muster doch so sehr „aufgeht“ (meine heimliche Angst war, dass ich eine zu kleine Nadelstärke gewählt habe). Von der Wollmeisen-Farbe war ich zwar schon während dem Stricken begeistert, am fertigen Tuch kommt diese geniale Färbung aber besonders klasse raus.

Das fertige Tuch ist riesig geworden! Und das, obwohl ich doch relativ wenig Garn verbraucht habe.

Damit sich die Spitzen schön herausspannen lassen, habe ich mit einer 8mm-Nadel abgekettet. Ich muss zugeben, ich habe nicht ganz verstanden, wie man laut Anleitung abketten sollte, deshalb habe ich einfach dieselbe Technik angewendet, wie sonst auch (zwei Maschen rechts stricken, die beiden wieder zurück auf die linke Nadel und rechts verschränkt zusammen abstricken, dann wieder eine rechts und so weiter).

Hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise Lace-Garn, in der Farbe Petit Poison Nr. 5
  • Verbrauch: 172 Gramm
  • Nadelstärke: 3,5mm
  • Anleitung: Laminaria von Elizabeth Freeman, Knitty Spring 2008

Rorschachtest mal anders

Was seht Ihr hier?

Manche haben mir schon erzählt, der Edging Chart Nr. 1 vom Laminaria würde sie an kleine Alienköpfe erinnern. Ich sehe an meinem Tuchrand aber nun ständig einen Teil eines berühmten Gemäldes.

Wie Ihr seht: Der Wollmeisen-Laminaria nähert sich so langsam der Vollendung! Mittlerweile sind die Reihen aber schrecklich lang, weswegen ich nicht so schnell vorwärts komme, wie ich gerne hätte.