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Das Monogamie-Experiment

Ich wäre gerne eine von den Strickerinnen, die nur ein, maximal zwei Strickstücke auf den Nadeln haben. Beispielsweise eine Socke und einen Pulli. Diese beneidenswert willensstarken Personen bekommen auch schneller was fertig – nicht so wie meiner einer, der zig Sachen strickt und an nichts vorwärts kommt. Eigentlich habe ich damit auch kein großes Problem, Stricken ist schließlich mein Hobby und wenn es mich glücklich macht, zwei Cardigans, drei Socken und noch ein Tuch in der Mache zu haben, dann ist das nunmal so, auch, wenn alles dann etwas länger dauert. Trotzdem: In letzter Zeit entwickle ich mich ein wenig weg vom prozessorientierten Stricker hin zum ergebnisorientierten Stricker. Soll heissen: Ich mag mehr fertige Sachen, ich mag mehr warme Socken und mehr warme Jacken und Cardigans für das eklige Wetter da draussen. Also was tun? Ich habe mich zu einem Selbsttest in Strick-Monogamie entschieden.

Damit das Experiment noch tugendhafter wird, verstricke ich eine Wolle, die bereits seit drei Jahren in meinem Stash verweilt. Seitdem habe ich mehrere Projekte aus dem Garn angeschlagen und schlussendlich alles wieder verworfen. Bei der Wolle ist der Name Programm, sie ist sehr „rustikal“, manche Merino-Liebhaber mögen sagen „kratzig“. Da ich da aber nicht so empfindlich bin, ist das für mich okay.

Nun zum Projekt, klar, es musste ein Cardigan sein. Nach einigem Suchen auf Rvelry habe ich mich für Jade entschieden, eine schöne Raglan-Konstruktion mit Kapuze und netten Zöpfen an den Fronten und den Ärmeln.

Seit zwei Wochen stricke ich an dem Teil und habe bislang dem Sirenengesang anderer Strickprojekte kein Gehör geschenkt. Und, oh Wunder, ich komme voran, habe schon die Ärmel abgeteilt und bin nun am unteren Körper. Das Bild ist noch etwas älter – die derzeitigen Lichtverhältnisse lassen leider eine Foto-Session nicht so oft zu.

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Fast wie von selbst

Letztes Wochenende hatte ich einfach Lust, „was großes“ auf die Nadeln zu bringen, etwas, das nicht viel Aufmerksamkeit benötigt aber eben keine Socke ist. Ich habe mich für eine schlichte Raglan-Jacke entschieden, inspiriert vom Garter Yoke Cardigan.

Und soll ich Euch was sagen? Die Jacke strickt sich fast wie von selbst! Um ein Haar hätte ich die Armausschnitte viel zu groß gemacht, weil das Stricken einfach so schnell ging. Sehr viel Spaß habe ich an dem Tweed-Garn, eine Rödel-Wolle.

Sie fühlt sich angenehm weich an und hat ein schönes Maschenbild. Die drei verschiedenfarbigen Tweed-Böbbel geben dem Gestricken eine schöne, leicht unregelmäßige Oberfläche. Ich freu mich schon darauf, die Jacke zu tragen! Auch, wenn gerade Sommer ist und ich bei den Temperaturen regelrecht zerfließe …