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Welle um Welle

Selten hat mir das Lace stricken so viel Spaß gemacht, wie bei diesem Tuch – die Maschen haben sich quasi von alleine gestrickt.

Das Lochmuster ist durchbrochen von zwei rechten Maschen, die von jeweils einer linken Masche umrandet werden. Diese „Wellen“ geben dem Tuch eine sehr schöne Struktur.

Von dem Wollmeisenstrang hatte ich nur zirka drei Meter übrig … das Abketten war dementsprechend eine spannende Angelegenheit!

Das Tuch lässt sich recht einfach stricken und wäre auch für Lace-Anfänger geeignet. Es ist verhältnismäßig unkompliziert, das Muster ist leicht zu merken und sieht klasse aus. Noch dazu ist die Anleitung kostenlos.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise Twin in einer „Nobody’s Perfect“ Farbe
  • Verbrauch: Alles bis auf drei Meter
  • Nadelstärke: 3,5 mm
  • Anleitung: Seas Shawl von Suzy Crancer (luckyfind), kostenlos bei Ravelry

Sommerfrische

Ja, ich weiß, bei den Temperaturen mag es irrsinnig erscheinen, ein Wolltuch zu stricken. Aber da ich ein Fan des antizyklischen Strickens bin (warum erst im Winter warme Sachen stricken, dann müssen die doch schon längst fertig sein?), ist mir das recht egal. Wenn sich der Sommer also irgendwann wieder verzogen hat, werde ich mir dieses Tuch um den Hals legen und an die klebrigwarmen vergangenen Tage denken, in denen die kühle Wollmeisenfarbe mir zumindest die Illusion einer Sommerfrische gegeben hat.

Die Anleitung für das Tuch gibt es kostenlos bei Ravelry: Seas Shawl. Das Tuch kann beliebig groß oder klein gestrickt werden, da das wellenartige Muster so oft wiederholt werden kann, bis die Wolle aufgebraucht ist. Genau das habe ich auch vor und ich denke, das Tuch wird eine richtig gute Größe erreichen – schließlich sind Wollmeisenstränge 150 Gramm schwer.

Um welche Wollmeisenfarbe es sich hier handelt, kann ich leider nicht sagen, denn der Strang ist ein „Nobody’s Perfect“. Egal, die Farbe ist auch unperfekt einfach ein Hammer – sie strahlt richtig!
Mit den „Dreamz“-Nadeln bin ich hochzufrieden, das Stricken macht großen Spaß. Die anfängliche „Klebrigkeit“ ist mittlerweile auch verschwunden, nun läuft alles wunderbar.

Ich freue mich schon auf das Blocken – das Muster entwickelt sich bestimmt ganz toll.


Kommt Zeit, kommt Daybreak Nummer 2

Ja, der Daybreak hatte mich wirklich genervt, so sehr, dass ich das Projekt zeitweise am liebsten in den dunklen Schrank verbannt hätte, in dem alle anderen WIPs ihr trauriges Dasein fristen (schaut mich nicht so vorwurfsvoll an – gebt zu, ihr habt auch ein WIP-Asyl!). Nachdem ich mir aber eine ausgeklügelte Farbkodierung für Maschenmarkierer und eine idiotensichere Eselsbrücke für m1l und m1r ausbaldowert hatte, ja da hatte das Stricken richtig Spaß gemacht. So sehr, dass ich erst kürzlich einen zweiten Daybreak nachgeschoben habe. Ich finde, das Tuch ist extrem tragbar und vor allem alltagstauglich. Nichts gegen feingliedriges Lace – aber zu einem normalen T-Shirt passt ein kompliziertes Werk aus Orenburg-Strickerei nunmal kaum.

Verstrickt habe ich zwei Farben der Wollmeise: Arlene (braunbeeriglila) und Nicole (blautürkisgrün). Zugegeben, Farbunterschiede sind zwar vorhanden aber alles andere als auffällig und kontrastreich. Für mein Arbeitsumfeld (Büro mit latentem Dresscode) ist die Kombi aber genau richtig.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise Pure in den Farben Arlene und Nicole
  • Verbrauch: Von Arlene (Farbe 1) sind noch zirka 30 Gramm übrig, von Nicole (Farbe 2) nur noch ein recht kleines Knäuel
  • Nadelstärke: 3,5 mm
  • Anleitung: Daybreak von Stephen West
Ein Post nach einem Jahr Blogpause – blogge ich nun wieder öfter?
Ja, ich hoffe es und auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole – ich habe es vor. Trotzdem mache ich keine Versprechungen, denn meine zahlreichen Hobbys und nicht zuletzt die Notwendigkeit des Broterwerbs machen ein aktives Blogger-Dasein nicht immer einfach. Sehen wir einfach mal, wie sich die Sache entwickelt 😉

Das Schöne am Einfachen

Manchmal muss es etwas Einfaches, Simples und dennoch Schönes sein.

Traveling Woman ist genau das: Wegen des simplen Musters ist das Tuch perfekt für Stricktreffen, spannende Hörbücher oder den sonntäglichen Tatort geeignet (sei es, weil dieser so interessant ist, dass man unbedingt alles mitbekommen mag, oder weil man wegen der andauernden Ödnis mancher Ermittlerpaare seine Aufmerksamkeit doch lieber der Strickerei schenkt).

Durch die halbrunde Form lässt sich das Tuch gut tragen, verrutscht nicht von den Schultern und hat keinen unschönen Zipfel, der entweder den Rücken herunter hängt oder vor der Brust wie ein Lätzchen wirkt (diese Gefahr besteht irgendwie immer bei normalförmigen Dreieckstüchern).


Ein derart schlichtes Muster verträgt Farbe – und wo gibt es mehr davon als in den Garnen der Wollmeise?

Diesen speziellen Strang hatte ich schon eine Weile im Stash, glücklich ergattert im Online-Shop, als an einen unvirtuellen Laden noch nicht zu denken war.
Das Tuch ist wahnsinnig groß geworden, nicht zuletzt, weil ich sprichwörtlich bis zu den letzten Metern alles verarbeitet habe. Aber es macht mir auch mal wieder klar: Wollmeisengarn ist auf den ersten Blick zwar nicht gerade günstig, aber trotzdem sein Geld wert. Nicht nur wegen der tollen Farben und der guten Garnqualität, sondern weil ein Strang immerhin ganze 520 Meter lang ist und man daraus eine Menge machen kann.

Und hier nochmal alles im Überblick:

  • Wolle: Wollmeise 100% Sockenwolle, Farbe: Indisch Rot
  • Verbrauch: Alles bis auf drei Meter!
  • Nadelstärke: 3,5mm
  • Anleitung: Traveling Woman von Liz Abinante, erhältlich als kostenlose Anleitung oder als kostenpflichtiges E-Book mit weiteren Variationen der ursprünglichen Anleitung

Freitagabendkrimi

Gestern Abend hatte ich weder mitbekommen, wie Lanz  mit seinen spargelkochenden Gästen schlechte Witze austauschte noch wie fünf Sendeplätze weiter das nervige Grandprix-Fieber umherging – ich hatte was Spannenderes zu tun. Vier Reihen haben am neuen Wollmeisentuch gefehlt und das restliche Garn wurde immer weniger und weniger … Zwischendrin hatte ich schon überlegt, ganz aufzugeben, einen Mustersatz zurück zu ribbeln und ganz beruhigt ein etwas kleineres Tuch zu Ende zu stricken. Aber der Nervenkitzel hat gesiegt und Reihe um Reihe habe ich weiter gemacht. Zwischendurch kamen mir wilde Ideen: Ob wer aus meiner Strickgruppe wohl ein paar Meter in einer ähnlichen Farbe übrig hat, falls es nicht reicht? Ob es doof aussehen würde, die letzte Reihe mit schwarzer Wolle zu stricken?
Schlussendlich hat das Garn dann doch ausgereicht, allerdings nur, weil ich mit einer Technik abgekettet hatte, die weniger Lauflänge verbraucht, als die, die ich sonst anwende. Dafür werden sich die Zipfel am Rand wohl nicht allzu sehr ausspannen lassen, aber damit kann ich leben. Weniger als drei Meter vom indisch roten Wollmeisengarn sind übrig geblieben – und ich war nachts um 1 Uhr selten so wach.


Knit Nation, Knit Friends

Ja, ich war dort! Und es war klasse, einfach nur klasse. Aber eins vorweg: Ich habe kein einziges Bild gemacht. Die Digitalkamera lag auf dem Grund einer der letzten noch nicht ausgeräumten Umzugskisten – Ihr wisst ja, die Kisten, die bis zuletzt unausgeräumt bleiben, sind die schlimmsten. Und da ich am Abreisetag sowieso nicht viel Zeit hatte, habe ich lieber meinen Koffer gepackt und die Kamera Kamera sein lassen.

Zuerst dachte ich: Ich brauch eigentlich über garnix posten, wovon ich keine Bilder habe. Aber ein paar Dinge möchte ich Euch schon von diesem tollen Event erzählen und damit Ihr trotzdem einige Eindrücke bekommt, werde ich einfach zu den Leuten verlinken, deren Digitalkameras nicht zuhause in irgendwelchen Umzugskisten lagen.

Bei mascha gibt es eine ganz tolle Auswahl an Bildern von unserer Reise zu sehen. Mein ganz persönliches Highlight-Foto findet Ihr bei theresmiling. Entspanntes Stricken vorm Buckingham Palast, mit zuckrig-saurem Zitronenkuchen – so könnten Sonntage öfters aussehen! Bei Kaechele findet Ihr ein klasse Foto, das im St. James Park aufgenommen wurde. Wie Ihr seht: Der Sonntag nach Knit Nation war recht entspannt. Bevor unsere Gruppe sich im Vorgarten der Königin niedergelassen hat, stand das British Museum auf dem Plan. Seit ich den Podcast „A History of the World in 100 Objects“ gehört habe, wollte ich unbedingt dorthin. Und es hat sich gelohnt: Nicht nur haben wir unzählige der bis dahin 70 bekannten Objekte gesehen, die „hands on experience“, bei der wir 1,6 Millionen Jahre alte Steinwerkzeuge in den Händen halten konnten, war einfach unbeschreiblich! Wie das ganze Museum. Und das auch noch bei freiem Eintritt, da spendet man hinterher gerne einen kleinen Betrag.

Aber zur Knit Nation! Was soll ich sagen, Wolle, Wolle, Wolle, interessante Menschen, berühmte Menschen (zumindest in der Strickwelt), nette Menschen. Auf der Liste der Unterrichtenden standen große Namen wie Cookie A. und Anne Hanson (und jede Menge andere, die mir gerade nicht einfallen und die ich nicht nachschauen kann, da die offizielle Seite momentan down ist). Bei letzterer habe ich einen Kurs zu „Advanced Lace Knitting“ besucht. Das waren sehr aufschlussreiche drei Stunden, in denen ich endlich gelernt habe, eine Bordüre an ein Lace-Tuch anzustricken. Annes „swatch museum“ war der totale Hit: Maschenproben zu allen Tüchern, die sie veröffentlicht hat, teilweise eine Probe in unterschiedlichen Garnen. Interessant zu sehen, welchen Unterschied die Garnwahl bei einem Tuch macht!

Nach dem Kurs hat sich unsere Gruppe im Hof des Imperial College getroffen, um bei Kaffee und ein paar gemütlichen Strickrunden von den einzelnen Kursen zu berichten. Plötzlich – steht Anne Hanson bei uns. Ob sie Fotos machen darf von anitrams wunderbarer wollmeisenen Autumn Arbor Stole, die sie gestrickt hat. Bei näherem Hinsehen hat sie gemerkt, dass fast jeder an unserem Tisch ein Design von ihr um den Hals trägt und war dementsprechend begeistert (leider hat sie fälschlicherweise auf mein Ravelry-Profil verlinkt). Für alle Raveler: Tolle Bilder von dieser Fotosession findet Ihr auf anitrams Projektseite (die Fotos habe sogar ich aufgenommen – mit anitrams Kamera versteht sich, denn meine, Ihr wisst ja …).

Hunderte von Bildern von der Knit Nation findet Ihr in der Flickr Group. Wobei allein geschätzte 300 nur von einem Stand waren – dem Stand der Wollmeise. Die Meise ist nämlich samt Herrn Meise und den fleißigen Helferlein nach London gekommen und hat dort den schönsten und farbenfrohsten Stand gehabt. Zugegeben: Ich hab ihn mir nicht allzu genau angesehen. Klingt vielleicht nach Wollsnob, aber: wegen der Wollmeise bin ich nicht nach London gekommen. Ich liebe die Farben, ich liebe das Garn – aber ich habe glücklicherweise die Möglichkeit, ab und zu direkt in Pfaffenhofen im Shop einkaufen zu können. Tolle Storys von der Eröffnung des Wollmeisen-Stands und akustische Eindrücke von Knit Nation gibt es bei Electric Sheep zu hören.

Natürlich gab es noch andere Möglichkeiten, sein Geld los zu werden. Zum Beispiel bei Juno, bei der ich mich kreuz und quer durch den Stand hätte kaufen können (was ich auch gemacht habe. Also ein wenig).

Oder bei The Bothered Owl, die ihre selbstgenähten Project Bags und lustige Maschenmarkierer verkauft haben. Interessant auch der Stand von Wild Fibers Magazine, ein tolles Heft mit tollen Bildern und tollen Storys, das praktisch von einer Hand voll Leuten im Alleingang auf die Beine gestellt wird. Respekt!

Aber mindestens genauso toll wie Knit Nation selbst war die Tatsache, dort mit den Mädels aus der Ravelry-Gruppe zu sein. Es fasziniert mich immer wieder: Wir sind alle so verschiedene Menschen, mit unterschiedlichen Berufen, anderen Lebenssituationen. Und doch passen wir gut zusammen und harmonieren, was natürlich auch für die gilt, die nicht mit in London waren. Wahrscheinlich hätte ich keine einzige von ihnen kennengelernt, wenn ich nicht stricken würde. Und das wäre wirklich schade.


Bye Bye Clapotis

Ich wollte schon immer mal einen Clapotis stricken. Der Schal ist ja mittlerweile fast schon legendär – über 13.000 mal wurde das Projekt schon bei Ravelry verstrickt! Allerdings wollte ich einen schmäleren Schal, kein Riesentuch. Was liegt da näher, als einen Strang Wollmeise dafür zu verstricken?

Im Juni hatte ich mir in Sindelfingen extra einen Strang Raku Regenbogen für das Projekt zugelegt. Anfang August habe ich das Stricken angefangen, hatte den Schal als schönes „mindless“-Projekt mit in London. Aber irgendwie hat es zwischen mir und dem Clapotis nicht so richtig funken wollen. Ziemlich schnell vergammelte die schöne Wolle ganz unten im WIP-Korb.

Die Farben fand ich natürlich klasse. Aber diese langen Fallmaschen-Reihen haben mir so garnicht gefallen. Ich kann mir nur ganz schwer vorstellen, dass der Schal in Form bleibt und so liegt, wie ich es gerne hätte. Kurzum: Ich habe geribbelt. Und mit Wollmeise Sockengarn mal das gemacht, wofür es eigentlich gedacht ist. Socken halt.

Letztens hatte ich noch groß getönt: „Nein nein, aus Wollmeise mache ich doch keine Socken. Dafür ist das Garn doch viel zu schade.“ Ja, Pustekuchen. Meine mittlerweile schon mehrere Wochen anhaltende Sockenmanie hat mich zum elitären Sockengarnsnob werden lassen. Gut, das wirklich tolle Wollmeisen-Garn ist auch Schuld daran. Ich war von der Wolle und den Farben zwar schon immer sehr begeistert – aber als verstrickte Socke ist es einfach nur noch ein Traum! Das Maschenbild ist toll, das Gestrickte ist wunderbar weich und zu den Farben muss ich ja nichts sagen. Mit so tollem Material macht das Hobby noch viel mehr Spaß.